Am 8. Dezember 2025 erfolgte die feierliche Verleihung des Inklusionspreises 2025 des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Unter dem diesjährigen Motto „Sport inklusiv“ wurden Initiativen ausgezeichnet, die sich in besonderer Weise für Teilhabe, Gleichberechtigung, Barrierefreiheit und Chancengleichheit im Bereich des Sports engagieren. Passend zum diesjährigen Motto fand die Auszeichnung im Rahmen der jährlichen Mitgliederversammlung des Kreissportbundes OSL e.V. (KSB OSL) im Kulturhaus in Klettwitz (Gemeinde Schipkau) statt.
Bis zum 30. September 2025 waren engagierte Akteurinnen und Akteure aus dem gesamten Kreisgebiet aufgerufen, sich um den mit insgesamt 1.500 Euro dotierten Preis zu bewerben oder Vorschläge einzureichen. Insgesamt gingen acht Bewerbungen ein. Die Jury – unter anderem besetzt mit Landrat Siegurd Heinze, Kreistagsvorsitzender Martina Gregor-Ness, Landkreis-Dezernent Robert Weidner, Schulverwaltungs- und Kulturamtsleiterin Lydia Wohlsdorf, Melitta Marko von der sonderpädagogischen Förder- und Beratungsstelle sowie Vertreterinnen und Vertretern des Kreissportbundes – befand in ihrer Sitzung am 4. November über die Prämierung.
Die Jury entschied, den Preis in diesem Jahr zu teilen. Drei Projekte wurden gleichrangig als Gewinner ausgezeichnet und erhielten jeweils 500 Euro. Bei den Prämierten handelt es sich um die Spreewaldkicker des TSG Lübbenau 63 e.V., die Behinderten-Kegelsportgruppe des SV Großräschen e.V. sowie die Sektion Radsport des SV Senftenberg e.V.
Im Rahmen der Preisverleihung würdigte der Beigeordnete Alexander Erbert in Vertretung des Landrates das besondere Engagement der nominierten Vereine und Gruppen: „Sie, die heute ausgezeichnet wurden, zeigen: Inklusion entsteht im täglichen Miteinander. Wo Barrieren abgebaut und Teilhabe ermöglicht wird, wächst Zusammenhalt – und damit die Lebensqualität in unserem Landkreis. Mein Dank gilt allen Engagierten: Sie machen unseren Sport vielfältiger, offener und stärker.“
Zu den weiteren Gratulanten zählten die Kreistagsvorsitzende Martina Gregor-Ness, Dezernent Robert Weidner sowie der Geschäftsführer des KSB OSL, Holger Mudrick und die Vorsitzende des KSB OSL, Heidrun Lukas.
Die Gewinnerprojekte 2025
Spreewaldkicker des TSG Lübbenau 63 e.V.
Lea Pietrus und Marius Schönberg, Lehrkräfte an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“, gründeten unter dem Dach der TSG Lübbenau 63 e.V. die inklusive Fußballmannschaft „Spreewaldkickers“. Ziel des Projekts ist es, Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Beeinträchtigungen Zugang zu sportlicher Teilhabe, Gemeinschaft und Erfolgserlebnissen zu ermöglichen – frei von ausgrenzenden Strukturen und Bezeichnungen. Derzeit trainieren rund 20 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren mit sonderpädagogischem Förderbedarf und unterschiedlichen Beeinträchtigungen wöchentlich auf dem Vereinsgelände, perspektivisch sollen auch jüngere Kinder sowie Teilnehmende der AWO-Spreewaldwerkstätten einbezogen werden. Trotz ihres offenen Ansatzes sahen sich die Jugendlichen laut den Trainern bereits mit abwertenden Reaktionen anderer Mannschaften konfrontiert, was die Notwendigkeit einer stärkenden und sichtbaren Unterstützung unterstreicht. Für die nachhaltige Fortführung des Projekts werden dringend Trikots und Trainingsmaterial benötigt. Die Spreewaldkicker zeigen eindrucksvoll, wie Inklusion im Alltag gelingen kann – durch Engagement, sportliche Begeisterung und ein sicheres Umfeld, in dem jedes Kind willkommen ist.
Behinderten-Kegelsportgruppe des SV Großräschen e.V.
Die Behinderten-Kegelsportgruppe des SV Großräschen e.V. bietet seit über 20 Jahren Menschen mit Behinderung eine kostenfreie, verlässliche und inklusive Sportmöglichkeit. Wöchentliches Training ermöglicht den fünf regelmäßigen Teilnehmenden nicht nur sportliche Aktivität, sondern auch soziale Teilhabe und Begegnung. Der Verein übernimmt seit Beginn sämtliche Mitgliedsbeiträge und die Übungsleitervergütung – ein starkes Zeichen ehrenamtlichen Engagements und sozialer Verantwortung. Die vereinseigene Kegelsportanlage dient als lebendiger Treffpunkt für inklusive Begegnungen. Schulen, Jugendgruppen und weitere Vereine nutzen die Anlage ebenfalls regelmäßig. Mit dem Preisgeld plant die Gruppe die Anschaffung einheitlicher T-Shirts sowie geeigneter Trainingsschuhe, um neuen Teilnehmenden den Einstieg zu erleichtern. Zudem soll verstärkt für die Gruppe geworben werden, um weitere Sportlerinnen und Sportler zu gewinnen. Die Jury würdigte das langjährige, kontinuierliche Engagement als wertvolles Beispiel für gelebte Inklusion im Breitensport.
Sektion Radsport des SV Senftenberg e.V.
Die Radsportabteilung des SV Senftenberg e. V. zeigt seit Jahren ein vorbildliches Engagement für inklusive Sportstrukturen. Unter Leitung von Heinz Trasper bietet die Sektion sowohl Breitensport als auch leistungsorientiertes Training an. Menschen mit und ohne Behinderung trainieren gemeinsam, wobei der Schwerpunkt auf Freude an Bewegung und Gemeinschaft liegt. Eine besondere Rolle spielt die Übungsleiterin Jana Kirsch, die ihr berufliches Fachwissen aus der Arbeit mit Menschen mit Behinderung aktiv in das Vereinstraining einbringt.
Hervorzuheben ist zudem eine Familie mit vier Kindern, die trotz bestehender gesundheitlicher Herausforderungen aktiv am Vereinsleben teilnimmt. Die Kinder sind seit zwei Jahren mit großer Begeisterung im Kinderradsport dabei. Der Vater, der selbst gesundheitlich eingeschränkt ist, engagiert sich seit 2024 als ausgebildeter Übungsleiter und übernimmt damit eine verantwortungsvolle Rolle im Verein – ein eindrucksvolles Beispiel für gelungene Teilhabe. Die Jury hob hervor, dass hier Inklusion nicht nur gedacht, sondern im täglichen Vereinsleben selbstverständlich gelebt wurde.
Ausblick: Inklusionspreis 2026
Die Kreisverwaltung lobte den mit 1.500 Euro dotierten Preis für Engagement und Bestrebungen rund um ein inklusives Miteinander zum mittlerweile zehnten Mal aus. Der Inklusionspreis wird seit 2016 für inklusive Maßnahmen und Bildungsaktionen im klassischen Bildungsbereich oder im Freizeitbereich (Bsp. Vereine, Jugendclubs usw.) vergeben. Auch im kommenden Jahr soll es erneut einen Inklusionspreis geben. Das Thema für 2026 lautet: „Freizeit und Kultur“. Die Ausschreibung wird im kommenden Frühjahr bekanntgegeben: www.osl-online.de/inklusionspreis