Am Mittwoch (5.11.) fand in der Kreisvolkshochschule Oberspreewald-Lausitz in der Senftenberger Innenstadt das 2. Regionale Dialogforum für Kinder und Jugendliche in den Erzieherischen Hilfen statt. Insgesamt 31 Mädchen und Jungen im Alter von 8 bis 18 Jahren aus ambulanten, teilstationären und stationären Einrichtungen der Jugendhilfe sowie ihre begleitenden Fachkräfte folgten der Einladung des Kompetenzzentrums Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg und des Jugendamtes des Landkreises Oberspreewald-Lausitz (OSL).
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand in diesem Jahr der sichere und verantwortungsvolle Umgang mit digitalen Medien.
In mehreren Workshops tauschten sich die Teilnehmenden darüber aus, welche Chancen soziale Medien und digitale Kommunikation bieten, aber auch, welche Risiken damit verbunden sind – und wie man diesen begegnen kann. Fragen wie „Was bedeutet verantwortungsvoller Umgang mit dem Smartphone?“ oder „Wie kann ich mich online sicher bewegen?“ standen dabei im Fokus. Die Workshops wurden von erfahrenen Sozialarbeitenden begleitet und moderiert.
„Soziale Medien eröffnen viele Möglichkeiten, bergen aber ebenso große Herausforderungen. Angesichts von Fake News, Cybermobbing und anderen Gefahren ist es entscheidend, dass sich Kinder und Jugendliche bewusst und kritisch mit diesen Themen auseinandersetzen – und den Mut haben, sich an Vertrauenspersonen zu wenden“, betonte Alexander Erbert, Beigeordneter und Dezernent für Gesundheit, Jugend und Soziales des Landkreises, der das Forum eröffnete. „Für die Arbeit der Fachkräfte in den Einrichtungen und im Jugendamt ist der direkte Austausch mit den jungen Menschen besonders wertvoll, um deren Sichtweisen in die tägliche Praxis einfließen zu lassen.“
Während die Kinder und Jugendlichen an den Workshops teilnahmen, kamen die begleitenden Fachkräfte der freien Jugendhilfeträger und Mitarbeitenden des Jugendamtes im Ratssaal des Senftenberger Rathauses zu einem fachlichen Austausch zusammen. Diskutiert wurde unter anderem, wie Medienkonzepte in den Einrichtungen dabei helfen können, sowohl das Recht auf digitale Teilhabe als auch das Recht auf Schutz im digitalen Raum zu gewährleisten. Eine Dozentin der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e.V. stellte in einem Vortrag praxisnah dar, wie solche Konzepte entwickelt und umgesetzt werden können.
Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse und Ideen, wie Risiken im Umgang mit sozialen Medien künftig besser vermieden werden können.
Die Kreisvolkshochschule als Ort der Bildung und Begegnung bot für die Veranstaltung den passenden Rahmen. Für das leibliche Wohl sorgte die Integrationswerkstätten gGmbH Niederlausitz mit Gebäck und Pizza – ein Angebot, das bei allen Beteiligten großen Anklang fand.
Geplant und organisiert wurde das Dialogforum – wie schon beim ersten Forum im Jahr 2023 – vom Jugendamt OSL in Zusammenarbeit mit der Fachstelle „Beteiligung in den Hilfen zur Erziehung“ des Kompetenzzentrums Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg (KiJuBB), welches die Moderation übernahm. An der Themenfindung beteiligten sich die freien Träger der Jugendhilfe im Landkreis. Gefördert wurde die Veranstaltung von der Stiftung Großes Waisenhaus zu Potsdam.
Das Dialogforum soll voraussichtlich in zwei Jahren fortgesetzt werden. Ziel ist es, die bisherigen Erfahrungen aufzugreifen und weiterzuentwickeln. „Wir wollen Kinder und Jugendliche dauerhaft beteiligen – nicht nur punktuell, sondern als festen Bestandteil unserer Arbeit“, unterstrich Jugendamtsleiter Stephan Hermann. „Das Dialogforum ist ein wertvolles Instrument, um die Beteiligung junger Menschen zu stärken und den Blick der Fachkräfte für ihre Bedürfnisse weiter zu schärfen.“