Mehrere Jahre stand der gesamte Wohnblock in der Heinrich-Zille-Straße 1 leer – jetzt haucht ihm die Kunst neues Leben ein: frisch, bunt und lebendig.
Vom 8.-23. August stellen sieben Künstlerinnen und Künstler ihre Werke in den Wohnräumen aus, führen Workshops durch und gehen in den Austausch mit anderen Bewohnern der Neustadt 1. Sie machen Kunst lebendig und erlebbar – Kunst ist nicht nur etwas, was fern in einem Museum hängt, sondern Kunst hat unmittelbar mit dem Leben zu tun.
So entwickelt die Wiener Künstlerin Claudia Pilsl aus Unkräutern mittels einer fotografischen Technik poetische Bilder und nimmt Interessenten gleich an zwei Terminen auf ihre Entdeckungsreise mit: Am 2. und am 4. August von 10-13 und 15-18 Uhr, Teilnahme kostenlos. Infos unten.
Das Künstlerinnen-Duo Matrosenhunde verwandelt das Gebäude in der Zillestraße in ein begehbares Buch: Großformatige Stoffbahnen, die aus Fenstern und von Balkonen hängen, tragen Zeichnungen und Textfragmente aus Gesprächen mit Bewohner:innen.
Anke Hannemanns Installation „Veritas“zeigt eine modifizierte Nähmaschine des VEB Nähmaschinen die mit vergoldeter Nadel rückwärts näht - Versuch, Vergangenes festzuhalten, ohne es tatsächlich zurückholen zu können.
Das Projekt „Spurlos verschwunden“ von Frida Teller und Marie Kublik nimmt Lyrikerinnen in der DDR und heute in den Blick. An 2 Terminen können Besucher mitmachen: Beim Stick-Workshop am 7. August um 11 Uhr und bei der Schreibwerkstatt am 8. August um 11 Uhr.
In unterschiedlicher Form treten Texte von DDR-Autorinnen in Dialog mit den Stimmen der Gegenwart. Die Teilnahme ist kostenlos. Infos unten.
Anja Nürnberg präsentiert in ihrer großformatigen Kohlestiftzeichnung „Ikarus 280.3“den gleichnamigen Gelenkbus Ikarus 280.3 – Erinnerungen an überfüllte Busfahrten, den Geruch von Diesel und Kohlestaub werden wieder wach.
Die Videoarbeit „Letzte Kumpel“ von Johannes Weilandt porträtiert ehemalige Bergleute.
In einer Bushaltestelle vor dem Wohnblock lässt Louisa Frauenheim Presslufthämmer dröhnen und auf der gegenüberliegenden Seite projiziert der Künstler Christian Hasucha die Worte „m i t t l e r w e i l e“ auf die rund 50 Meter lange Fassade eines leerstehenden Gebäudes.