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News-Ticker

Ausstellungen in der Kreisverwaltung Senftenberg: Werke des Senftenberger Künstlers Bernd Winkler und Schülerausstellung „Vergessene Spuren“ der Zeitensprünge-Gruppe der Oberschule „Am Wehlenteich“

Meldung aus Landkreis Oberspreewald-Lausitz

Kunst und Erinnerungskultur unter einem Dach: Besucherinnen und Besucher können derzeit am Senftenberger Standort der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz im Dubinaweg 1 gleich zwei Ausstellungen entdecken. Während im Haus 2 Werke des Senftenberger Künstlers Bernd Winkler die Flure bereichern, lädt im Haus 5 des Jugendamtes die Schülerausstellung „Vergessene Spuren: Vom Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager zum KZ-Außenlager im heutigen Schwarzheide“ der Zeitensprünge-Gruppe der Oberschule „Am Wehlenteich“ in Lauchhammer dazu ein, sich mit einem bedeutenden Kapitel der Regionalgeschichte auseinanderzusetzen. Die Ausstellungen sind während der Öffnungszeiten der Kreisverwaltung (Dienstag 9 - 12 Uhr und 13 - 18 Uhr; Donnerstag 9 - 12 Uhr und 13 - 17 Uhr) frei zugänglich. 

 

 

Ausstellung mit Arbeiten des Senftenberger Künstlers Bernd Winkler

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Bild: Landkreis OSL/Nora Bielitz (v. l. Bernd Winkler, Jens-Peter Meyer)

 

Im Haus 2 der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz am Dubinaweg 1 in Senftenberg ist eine Ausstellung mit Arbeiten des Senftenberger Künstlers Bernd Winkler zu sehen. Gemeinsam mit Jens Meyer aus dem Schulverwaltungs- und Kulturamt des Landkreises wurden neun Werke in den Fluren der 2. und 3. Etage des Verwaltungsgebäudes gehängt. Die Ausstellung bleibt bis Ende 2026 im Verwaltungsgebäude zugänglich. Die nun im Haus 2 am Dubinaweg 1 in Senftenberg ausgestellten Werke stammen aus den Jahren 2010 bis 2012 und zeigen typische Motive des Künstlers: Stadtansichten aus Senftenberg im zweiten Obergeschoss sowie Landschaftsbilder aus der Region im dritten Obergeschoss. Damit entsteht im Gebäude ein direkter Bezug zur Umgebung des Landkreises – zwischen urbanem Raum und Natur. Bernd Winkler, 1951 in Langburkersdorf geboren, lebt seit 1975 in Senftenberg. Seit Jahrzehnten ist er in der regionalen Kunstszene aktiv und in seinen Werken eng mit der Region verbunden. Informationen zum Künstler: http://m-g-winkler.de/ 

 

 

Vergessene Spuren sichtbar gemacht: Schüler-Ausstellung zur Geschichte des KZ-Außenlagers Schwarzheide im Jugendamt des Landkreises OSL

 Schüler-Ausstellung zur Geschichte des KZ-Außenlagers Schwarzheide im Jugendamt des Landkreises OSL (Bild: Landkreis OSL/Sarah Werner)

Bild: Landkreis OSL/Sarah Werner 

 

Noch bis Mitte 2027 ist im Foyer und in den Fluren des Hauses 5 des Jugendamtes des Landkreises Oberspreewald-Lausitz am Standort Dubinaweg 1 in Senftenberg eine besondere Ausstellung zu sehen. Unter dem Titel „Vergessene Spuren: Vom Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlager zum KZ-Außenlager im heutigen Schwarzheide“ präsentieren Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer historischen Forschungsarbeit. Offiziell eröffnet wurde die Ausstellung bereits am 7. Mai 2025 durch Jugendamtsleiter Stephan Hermann gemeinsam mit den beteiligten Jugendlichen, Schulsozialarbeitern, Mitarbeitenden des Jugendamtes sowie weiteren Gästen. Im Rahmen eines Gallery Walks stellten die Schülerinnen und Schüler ihre Forschungsergebnisse persönlich vor und kamen mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch.

 

Die Ausstellung ist das Ergebnis mehrjähriger kontinuierlicher Forschungsarbeit im Rahmen des Projekts „Zeitensprünge“ an der Oberschule „Am Wehlenteich“ in Lauchhammer. Die Jugendlichen beschäftigten sich dabei mit der Geschichte des ehemaligen Zwangsarbeiter- und Kriegsgefangenenlagers sowie des späteren Außenlagers des KZ Sachsenhausen in unmittelbarer Nähe des damaligen Werks der Braunkohle-Benzin-AG (BRABAG) in Schwarzheide.

 

Geleitet wird die Zeitensprünge-Gruppe von Doritt Nikolaus, Schulsozialarbeiterin der Evangelischen Kirchengemeinde Lauchhammer-Mitte e. V., die die Schülerinnen und Schüler seit vielen Jahren bei ihren historischen Recherchen begleitet. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirchengemeinde Lauchhammer-Mitte e. V., dem Schlupfwinkel Weißwasser und der Lausitzer Bildungsgesellschaft e. V. entstehen so Forschungsprojekte, die regionalgeschichtliche Themen für junge Menschen erfahrbar machen. Das Projekt „Zeitensprünge“ wird vom Landesjugendring Brandenburg e. V. sowie der Flick-Stiftung für Toleranz und Völkerverständigung gefördert.

Jugendamtsleiter Stephan Hermann würdigte bei der Eröffnung insbesondere das Engagement der jungen Menschen. Es sei beeindruckend und ein wichtiges Zeichen, dass sich Jugendliche intensiv mit der Geschichte ihrer Heimat auseinandersetzen und Verantwortung für das Erinnern übernehmen.

 

Im Mittelpunkt der Forschungsarbeit stand das Schicksal des italienischen Militärinternierten Giuseppe Lopedote. Ausgangspunkt war das Tagebuch des ehemaligen Zwangsarbeiters, das dessen Enkelin der Zeitensprünge-Gruppe zur Verfügung stellte. Die Schülerinnen und Schüler ließen das italienische Original übersetzen und rekonstruierten anhand der persönlichen Aufzeichnungen die Lebens- und Arbeitsbedingungen im KZ-Außenlager Schwarzheide. Lopedote schildert darin eindrucksvoll den Transport nach Deutschland, die unmenschlichen Arbeitsbedingungen, Hunger, Gewalt sowie die Bombardierungen der damaligen BRABAG, die er nur knapp überlebte.

 

Für ihre Recherchen besuchten die Jugendlichen unter anderem die Gedenkstätte Sachsenhausen mit ihrem Archiv, die Gedenkstätte Auschwitz, die Gedenkstätte Buchenwald sowie das Museum und die Gedenkorte des Industrieparks Lausitz in Schwarzheide. Unterstützung erhielten sie dabei auch von Historiker Dr. Daniel Böhme. Viele der Nachforschungen der Jugendlichen fanden zudem an Wochenenden und in den Ferien statt.

 

Die Zeitensprünge-Gruppe der Oberschule „Am Wehlenteich“ erforscht bereits seit 2007 die Regionalgeschichte. Inzwischen wurden rund 20 Projekte umgesetzt und mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Auch künftig soll die Arbeit fortgesetzt werden: Bei der Ausstellungseröffnung wurde der Staffelstab symbolisch an die nächste Schülergeneration übergeben. Die neue Zeitenspringerin Kim versprach: „Wir forschen weiter.“

 

Die Ausstellung lädt Besucherinnen und Besucher dazu ein, sich mit einem bedeutenden Kapitel der regionalen Geschichte auseinanderzusetzen und die Spuren der Vergangenheit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.