Mit einem gemeinsamen Open-Air-Konzert im Schlossgarten von Chichy in Polen haben der Landkreis Oberspreewald-Lausitz und sein polnischer Partnerlandkreis Żagań dieser Tage ihr neues grenzüberschreitendes Kulturprojekt „Musik in den Gärten der Residenzen an der deutsch-polnischen Grenze – das gemeinsame Kulturerbe der deutsch-polnischen Grenzregion“ eröffnet.
Vor der malerischen Kulisse des Schlosses Chichy präsentierten am 30. Mai 2026 rund 30 junge Musikerinnen und Musiker aus beiden Landkreisen ein abwechslungsreiches Programm. Den Landkreis Oberspreewald-Lausitz vertraten das Violoncelloensemble mit Astrid Heymer, Sophie Thiele, Leonard Badura, Greta Wirth, Gretje Bachmann, Klara Erbert und Emma Müller sowie Daniel Heymer am Kontrabass. Die musikalische Leitung übernahm Juliane Thiel, die zugleich als Cellistin mitwirkte.
Aus Żagań reisten zahlreiche junge Solisten und Ensembles an, die unter anderem mit Querflöte, Saxophon, Klarinette, Violine, Gitarre, Keyboard und Gesang auftraten. Die jungen Musikerinnen und Musiker im Alter von etwa acht bis 15 Jahren begeisterten das Publikum mit klassischen Werken, modernen Arrangements und traditionellen polnischen Liedern.
Besondere Akzente setzte das Violoncello-Ensemble der Musikschule OSL unter der Leitung von Juliane Thiel mit Werken von Georg Friedrich Händel, Felix Mendelssohn Bartholdy und Rudolf Matz sowie bekannten Melodien wie „Mein kleiner grüner Kaktus“ und „Veronika, der Lenz ist da“. Die polnischen Ensembles überzeugten unter anderem mit Interpretationen von „Somewhere over the Rainbow“, „Hallelujah“ sowie volkstümlichen Liedern mit Gesangseinlagen. Rund 20 Gäste aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz waren per Bus zum Konzert angereist.
Auftakt eines neuen deutsch-polnischen Projektes
Das Konzert bildet den Auftakt eines neuen deutsch-polnischen Projektes, das bis Ende 2026 läuft. Ziel ist es, das Bewusstsein für die gemeinsame Geschichte der Grenzregion zu stärken und das kulturelle Erbe beider Landkreise erlebbar zu machen. Im Mittelpunkt stehen dabei historische Residenzen entlang der deutsch-polnischen Grenze als Orte der Begegnung, Kultur und Erinnerung.
Neben dem Konzert entsteht im weiteren Projektverlauf eine zweisprachige Publikation mit dem Titel „In der Nachbarschaft der Residenzen im polnisch-deutschen Grenzgebiet“. Das Buch stellt Sehenswürdigkeiten, kulturelle Angebote und touristische Ziele in den Landkreisen Żagań und Oberspreewald-Lausitz vor und soll dazu einladen, die gemeinsame Grenzregion neu zu entdecken. Die Präsentation des Reiseführers ist für Herbst 2026 geplant und wird erneut von musikalischen Beiträgen begleitet.
Das aktuelle Projekt knüpft an die erfolgreiche Zusammenarbeit der vergangenen Jahre an. Bereits 2025 hatten beide Landkreise gemeinsam das Projekt „Musik auf dem Weg der Residenzarchitektur des Landkreises Żagań – gemeinsames kulturelles Erbe der deutsch-polnischen Grenzregion“ umgesetzt. Mit dem neuen Vorhaben wird dieser Weg konsequent fortgesetzt und um weitere kulturelle sowie touristische Angebote erweitert.
Antrittsbesuch bei Landrätin Anna Michalczuk
Bereits vor dem Konzert kamen Landrat Alexander Erbert und OSL-Wirtschaftsförderer Marcus Ott mit der Landrätin des Landkreises Żagań, Anna Michalczuk, zu einem persönlichen Austausch zusammen. Für Alexander Erbert, der sein Amt als Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz am 11. Mai antrat, war das Treffen zugleich der erste Besuch bei den polnischen Partnern. Im Mittelpunkt standen die Verwaltungsstrukturen beider Landkreise, die Auswirkungen des demografischen Wandels sowie Herausforderungen bei der Sicherung der Gesundheitsversorgung und der öffentlichen Daseinsvorsorge. Beide Seiten betonten den Wert der langjährigen Partnerschaft und verständigten sich darauf, die Zusammenarbeit auch künftig weiter auszubauen.