Mit einer feierlichen Veranstaltung im Bürgerhaus Wendische Kirche in Senftenberg ist am Montag, dem 1. Juni 2026, die 32. Brandenburgische Seniorenwoche im Landkreis Oberspreewald-Lausitz eröffnet worden. Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Auszeichnung von fünf Seniorinnen und Senioren, die sich in herausragender Weise für das gesellschaftliche Leben in ihren Kommunen engagieren.
Knapp 60 Gäste waren der Einladung des Kreisseniorenrates und der Kreisverwaltung gefolgt und erlebten unter dem diesjährigen Motto „Gesellschaft braucht Erfahrung – Senioren brauchen Teilhabe“ einen abwechslungsreichen Nachmittag mit Kulturprogramm, Begegnungen und Ehrungen. Bereits ab 14 Uhr nutzten die Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit zum Austausch bei Kaffee und Kuchen. Die offizielle Eröffnung begann um 15 Uhr mit musikalischen Beiträgen der Musikschule des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Zu hören waren unter anderem Werke von Johann Sebastian Bach, Camille Saint-Saëns, Johanna Magdalena Beyer und Benjamin Britten.
Die ehrenamtliche Seniorenbeauftragte Bettina Lehmann begrüßte die Gäste. Grußworte hielten außerdem Landrat Alexander Erbert, Senftenbergs Bürgermeister Andreas Pfeiffer sowie der Landesseniorenbeauftragte Norman Asmus. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung informierten Sandy Feige und Andreas Karge des Sachgebietes Prävention der Polizeiinspektion Oberspreewald-Lausitz zusammen mit „Oma Inge“ die Gäste auf unterhaltsame Weise über aktuelle Betrugsmaschen und gaben Hinweise zum Schutz vor Straftaten.
Engagierte Bürgerinnen und Bürger gewürdigt
Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Auszeichnung der verdienten Seniorinnen und Senioren. Vorgeschlagen hierfür ergehen jeweils von den jeweiligen örtlichen Seniorenbeiräten oder den Kommunen. Seit Beginn der Ehrungen im Jahr 2008 wurden insgesamt 97 engagierte Bürgerinnen und Bürger im Landkreis gewürdigt.
In diesem Jahr ausgezeichnet wurden Adelheid und Lothar Jung aus Schwarzheide, Renate Stephan aus Calau, Volker Hoffmann aus Arnsdorf sowie Reinhard Pfennig aus Ruhland.
Die Laudationen hielt Theresa Pusch, die in der Kreisverwaltung OSL den Bereich Bürgerschaftliches Engagement/Seniorenarbeit verantwortet. Sie würdigte ihr Engagement in ihren Ausführungen wie folgt: „Es gibt Menschen, die Spuren hinterlassen – nicht laut oder spektakulär, sondern Tag für Tag durch ihre Zeit, ihre Haltung und ihre Bereitschaft, für andere da zu sein. Die heute Ausgezeichneten stehen stellvertretend für viele engagierte Seniorinnen und Senioren in unserem Landkreis. Mit ihrem Einsatz schaffen sie Begegnungen, stärken den Zusammenhalt und machen unsere Gesellschaft menschlicher. Dafür gebührt ihnen unser herzlicher Dank und unsere große Anerkennung.“ Sie hob das ehrenamtliche Engagement der Geehrten als wichtigen Beitrag für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Teilhabe und Mitmenschlichkeit hervor.
Auszüge aus den Laudationen:
Adelheid und Lothar Jung
Lothar Jung ist seit dem Jahr 2021 Mitglied im Seniorenbeirat der Stadt Schwarzheide und dort von Beginn an sehr engagiert. Seit Dezember 2025 ist er stellvertretender Vorsitzender und hilft insbesondere bei den lokalen Veranstaltungen der jährlichen Brandenburgischen Seniorenwoche sowie weiteren Unternehmungen wie den traditionellen Radtouren aktiv mit und hat einen großen Anteil am Gelingen der Veranstaltungen. Seine Ehefrau Adelheid sorgt insbesondere für das kulinarische Wohl. Beim „gesunden Frühstück“, welches in Schwarzheide vom Seniorenbeirat ausgerichtet wird, überrascht sie alle mit wohlschmeckenden Salaten und Beilagen. Ihre Kuchen werden ebenfalls hoch gelobt. Zudem hält sie sich gemeinsam mit anderen Seniorinnen und Senioren bei der wöchentlichen Gymnastikstunde fit.
Renate Stephan
Renate Stephan engagiert sich seit über 25 Jahren mit außergewöhnlicher Beständigkeit im Bereich Tourismus und Reiseorganisation für Senioren. Ausgehend von der „Reisewelle Potsdam Volkssolidarität“ hat sie die Reisewelle über Jahrzehnte hinweg aktiv mitgestaltet und weiterentwickelt. Ein besonderer Schwerpunkt ihres Wirkens liegt in der Organisation und Durchführung von monatlichen Tagesfahrten sowie vier Mehrtagesreisen pro Jahr. Die hohe Nachfrage, mitunter bis zu 90 Teilnehmende, unterstreicht die große Wertschätzung und Bedeutung ihrer Arbeit. Bis vor drei Jahren war Frau Stephan zudem in der SV Calau aktiv, wo sie sich nicht nur dem Kegelsport widmete, sondern auch als Kindertrainerin Verantwortung übernahm und generationsübergreifendes Engagement leistete. Beruflich als Industriekauffrau ausgebildet und langjährig als Sekretärin tätig, bringt Frau Stephan ihre organisatorischen Fähigkeiten sehr gut in ihr Ehrenamt ein. Ihr langjähriges, gemeinnütziges Wirken ist geprägt von Verantwortungsbewusstsein, Herzlichkeit und großem Engagement für die Gemeinschaft.
Volker Hoffmann
Volker Hoffmann hat ihm Jahr 1995 die „Senioren-Interessengemeinschaft Arnsdorf“ ins Leben gerufen, die seitdem einmal im Monat zusammenkommt. Seitdem wurden ca. 100 Einrichtungen und Unternehmen besucht, Exkursionen, die Volker Hoffmann mit großer Hingabe organisiert hat.
Darüber hinaus ist er sehr bestrebt, die Arnsdorfer Geschichte ausführlich und tiefgründig aufzuarbeiten. Außerdem hat er sich bereits im Jahr 1988 für den Bau und die Gestaltung des Arnsdorfer Freizeitzentrums engagiert, welches sich bis heute großer Beliebtheit bei Arnsdorfer Bürgerinnen und Bürgern und vieler Gäste erfreut. Volker Hoffmann ist Mitglied im Dorfclub und Ehrenmitglied im Sportverein und im Arnsdorfer Männergesangsverein. Sein ausgeprägter Gemeinschaftssinn ist beispielhaft und der Zusammenhalt der Einwohnerinnen und Einwohner im Ort liegt ihm sehr am Herzen.
Reinhard Pfennig
Reinhard Pfennig ist seit der Wiedergründung des Vereins für Heimatpflege in Ruhland im Jahr 1996 Vorsitzender des Vereins. In dieser Funktion hat er maßgeblich zur Verschönerung des Ortes beigetragen. Besonders erwähnenswert ist, dass der Entwurf des Brunnens auf dem Marktplatz von ihm stammt. Weiterhin wurde die kursächsische Postdistanzsäule auf Initiative von Reinhard Pfennig auf dem Markt wiedererrichtet. Sein Wissen über die Geschichte Ruhlands ist enorm. Er übernimmt bereitwillig Führungen durch die Stadt, durch die Heimatstube im Gutshof und Radtouren zu angrenzenden Sehenswürdigkeiten. Darüber hinaus organisiert er regelmäßige Filmvorträge im Gutshof und ergänzt diese mit geschichtlichen Informationen. Die positive Entwicklung der Stadt liegt ihm besonders am Herzen. So bekamen unter seiner Mitwirkung der Geschwister-Scholl- sowie der Prinzess-Luisen-Weg eine neue Gestaltung und wurde mit Naturtafeln und Denkmalen ergänzt.
Zur Brandenburgischen Seniorenwoche
Rund um die Brandenburgische Seniorenwoche finden in OSL aktuell und noch bis Juli 2026 verschiedenen weiteren Veranstaltungen im Landkreis statt. Die Kommunen informieren hierzu auf ihren Internetseiten.