Bannerbild
Bannerbild
close-up-thermometer-showing-high-temperature_Bild von freepik auf freepik.com
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
Bannerbild
 

News-Ticker

Schlüsselübergabe für neue Rettungswache in Lauchhammer: Moderner Neubau stärkt Rettungsdienst und Katastrophenschutz im südlichen Landkreis

Meldung aus Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Schlüsselübergabe für neue Rettungswache in Lauchhammer (Bild: LK OSL/Sarah Werner) (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Schlüsselübergabe für neue Rettungswache in Lauchhammer (Bild: LK OSL/Sarah Werner)

Am Dienstag, 5. Mai 2026, konnte ein weiterer wichtiger Schritt für die notfallmedizinische Versorgung und den Katastrophenschutz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz erreicht werden: Der Neubau der Rettungswache in der Lindenstraße 5 in Lauchhammer-Ost ist weitestgehend fertiggestellt. Nach intensiver Planungs- und Bauzeit übergab der Landkreis Oberspreewald-Lausitz als Bauherr das moderne Gebäude symbolisch an die künftigen Nutzerinnen und Nutzer.

 

Mit einer Gesamtinvestition von rund 9,2 Millionen Euro hat der Landkreis eine zukunftsfähige Infrastruktur geschaffen, die den hohen Anforderungen im Rettungsdienst und Katastrophenschutz gerecht wird. Künftig werden hier sowohl die Rettungswache Lauchhammer der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH (RDNL) als auch die Katastrophenschutzeinheit „Schnelleinsatzeinheit Sanität (SEE Sanität)“ des DRK-Kreisverband Lausitz e. V. unter einem Dach vereint sein. 

 

Bei der symbolischen Schlüsselübergabe betonte Landrat Siegurd Heinze die Bedeutung des Bauprojektes für den Landkreis und dankte allen am Bau Beteiligten für ihr Engagement. „Mit der neuen Rettungswache in Lauchhammer stärken wir gezielt die Sicherheit und medizinische Versorgung der Menschen in unserer Region. Ein besonderer Gewinn ist, dass haupt- und ehrenamtliche Kräfte hier künftig an einem gemeinsamen Standort zusammenwirken und ihre Kompetenzen bündeln können. Die neue Rettungswache unterstützt die hervorragende Arbeit unseres Rettungsdienstes und ist ein weiterer bedeutender Baustein für eine leistungsfähige und verlässliche Gefahrenabwehr in unserem Landkreis.“

 

Grußworte sprachen außerdem Tom Lehnert, Geschäftsführer der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH, Bianka Sebischka-Klaus, Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverband Lausitz e. V., Götz Richter-Sandvoss vom Architekturbüro Lehmann + Lieschke sowie Lauchhammers Bürgermeister Mirko Buhr. Zu den weiteren Anwesenden zählten neben den künftigen Nutzern auch Projektbeteiligte, Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung, der beteiligten Planungsbüros und Bauunternehmen sowie Anwohnerinnen und Anwohner.

 

„Mit der Inbetriebnahme der neuen Rettungswache in Lauchhammer stärkt der Landkreis die notfallmedizinische Versorgung in der Region nachhaltig. Mit der neuen Rettungswache schaffen wir moderne und zukunftsfähige Rahmenbedingungen für unsere Mitarbeitenden und verbessern gleichzeitig die Versorgung der Bevölkerung deutlich“, betonte Tom Lehnert, Geschäftsführer der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH. „Die Investition ist ein wichtiger Schritt, um den steigenden Anforderungen im Rettungsdienst gerecht zu werden.“

 

Im Anschluss an die symbolische Schlüsselübergabe an Wachleiterin Kathrin Feike und Steffen Maibaum vom Team der Schnelleinsatzeinheit Sanität konnten die Anwesenden die neuen Räumlichkeiten bei Rundgängen besichtigen. Darüber hinaus übergab der Landkreis vor Ort feierlich ein neues Notarzteinsatzfahrzeug im Wert von 112.000 Euro, welches das bisherige Fahrzeug ablöst und künftig in Lauchhammer stationiert sein wird.

 

Moderne Arbeitsbedingungen für leistungsstarken Rettungsdienst

Die bisherige Rettungswache in der Friedensstraße ist seit 1982 in Betrieb und entsprach seit längerer Zeit nicht mehr den heutigen Anforderungen an einen modernen Rettungsdienst. Nach umfassender Standortanalyse hatte der Kreistag bereits 2019 den Grundsatzbeschluss für den Neubau am heutigen Standort gefasst.

 

Der neue Gebäudekomplex für den Rettungsdienst bietet optimale Bedingungen für einen leistungsfähigen und zukunftssicheren Betrieb. Herzstück ist eine Fahrzeughalle mit sechs Stellplätzen sowie einer separaten Waschhalle. Darüber hinaus stehen moderne Aufenthalts-, Ruhe- und Diensträume, ein Notarztraum, Umkleide- und Sanitärräume, großzügige Lagerflächen sowie technische Betriebsräume zur Verfügung. Insgesamt können hier bis zu 45 Mitarbeitende im Schichtdienst eingesetzt werden.

 

„Wir freuen uns besonders über die deutlich verbesserten Arbeitsbedingungen. Mehr Platz, moderne Funktionsräume und optimierte Abläufe ermöglichen es uns, unsere Arbeit noch effizienter und auf höchstem Niveau zu leisten“, betonte Wachleiterin Kathrin Feike.

 

Die Rettungswache Lauchhammer ist die zweitgrößte Rettungswache im Landkreis Oberspreewald-Lausitz und zugleich eine von drei Lehrrettungswachen des Landkreises. Derzeit sind hier 40 Mitarbeitende beschäftigt, darunter fünf Auszubildende. Regelmäßig erhält das Team Unterstützung von Kolleginnen und Kollegen des Standorts Jannowitz. Jährlich absolvieren die Einsatzkräfte rund 4.530 Einsätze.

 

Zum modernen Fuhrpark gehören ein Notarzteinsatzfahrzeug (NEF), zwei Rettungswagen (RTW), ein Reserve-Rettungswagen sowie ein Krankentransportwagen (KTW) inklusive Reservefahrzeug. Sämtliche Fahrzeuge sind mit modernster Medizintechnik, digitaler Einsatzunterstützung und innovativer Ausstattung ausgestattet, um eine bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten sicherzustellen.

 

Rettungsdienst und Katastrophenschutz unter einem Dach

Eine besondere Stärke des Neubaus ist die enge Verzahnung von Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Neben dem Rettungsdienst wird am neuen Standort auch die für den südlichen Landkreis zuständige Schnelleinsatzeinheit Sanität (SEE Sanität) des DRK-Kreisverband Lausitz e. V. untergebracht. Künftig werden hier ehrenamtliche Einsatzkräfte ihre neue operative Heimat finden.

 

Für die Mitglieder der SEE Sanität stehen moderne Aufenthalts-, Umkleide- und Sanitärräume sowie großzügige Lagerflächen zur Verfügung. Eine separate Fahrzeughalle bietet zudem Platz für sechs Einsatzfahrzeuge des Katastrophenschutzes.

 

„Heute ist ein ganz besonderer Tag für alle, die sich mit Herz, Verstand und Tatkraft im zivilen Katastrophenschutz engagieren. Mit der Einweihung dieser neuen Räumlichkeiten wird ein sichtbares Zeichen für Einsatzbereitschaft, Zusammenhalt und Zukunftsfähigkeit gesetzt“, erklärte Bianka Sebischka-Klaus, Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverband Lausitz e. V. „Möge dieses Haus ein Ort der Begegnung, der Ausbildung und der erfolgreichen Zusammenarbeit sein. Möge es dazu beitragen, dass wir auch in Zukunft schnell, professionell und menschlich helfen können – immer im Sinne der Grundsätze unseres Roten Kreuzes.“

 

Die SEE Sanität unterstützt den Rettungsdienst insbesondere bei einem Massenanfall von Verletzten mit zusätzlichem Personal und spezialisierter Technik. Sie richtet Behandlungsplätze ein und betreibt diese, registriert Patientinnen und Patienten, organisiert Transporte und unterstützt andere Einsatzkräfte vor Ort.

 

Die gemeinsame Nutzung des Gebäudes schafft ideale Voraussetzungen für eine noch engere Zusammenarbeit. Regelmäßiger fachlicher Austausch, gemeinsame Übungen und kurze Wege stärken die Einsatzbereitschaft und fördern wertvolle Synergien zwischen haupt- und ehrenamtlichen Kräften.

 

Gebäude mit besonderen Merkmalen

Das Gebäude zeichnet sich neben seiner gemeinsamen Nutzung durch eine Reihe baulicher und technischer Besonderheiten aus. Der Neubau erfüllt durch den Einsatz moderner Fenster mit außenliegendem Sonnenschutz, Türen und Fenstern mit Isolierverglasung sowie einer wärmegedämmten Dacheindeckung die aktuellen Anforderungen an energieeffizientes Bauen.

 

Ein besonderes Merkmal ist die erstmalige Umsetzung einer Dachbegrünung auf den Dächern der Fahrzeughallen im Landkreis. Mit dieser Ausgleichsmaßnahme leistet der Landkreis einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz und zur Verbesserung des lokalen Mikroklimas. Die Dachbegrünung trägt dazu bei, Niederschlagswasser zurückzuhalten und Abflussspitzen bei Starkregenereignissen deutlich zu reduzieren. Das Regenwasser wird anschließend gedrosselt auf dem eigenen Grundstück versickert, sodass eine Einleitung in das öffentliche Regenwassernetz nicht erforderlich ist.

 

Ergänzend werden auf den Dächern der Fahrzeughallen Photovoltaikanlagen installiert, die sowohl eine weitgehende Eigenstromversorgung des Gebäudes ermöglichen als auch eine Einspeisung überschüssiger Energie in das öffentliche Stromnetz erlauben.

 

Für den Fall eines Stromausfalls ist die Energieversorgung des Gebäudes durch ein Notstromaggregat abgesichert. Dadurch bleiben alle sicherheits- und einsatzrelevanten Funktionen uneingeschränkt gewährleistet – darunter die Toranlagen der Fahrzeughallen, die Ladeinfrastruktur der Einsatzfahrzeuge, die Beleuchtung, das medizinische Lager sowie die Diensträume. Die Einsatzbereitschaft von Rettungsdienst und Katastrophenschutz ist somit auch im Störfall jederzeit sichergestellt.

 

Die Wärmeversorgung erfolgt über eine Fußbodenheizung in den Aufenthaltsbereichen sowie eine Industriebodenheizung in den Fahrzeughallen. Für eine bedarfsgerechte Belüftung der Fahrzeughallen sorgt eine Abgassauganlage. Im Gebäude der Rettungswache kommt zusätzlich eine raumlufttechnische Anlage mit Wärmerückgewinnung zum Einsatz, die neben der Belüftung auch eine Kühlung der Aufenthaltsräume ermöglicht.

 

Investition in Sicherheit und Zukunft

Der Baustart für die neue Rettungswache erfolgte im November 2023. Im Rahmen des Projekts wurden insgesamt 34 Gewerke ausgeschrieben und vergeben. Trotz zusätzlicher Anforderungen im Genehmigungsverfahren, anspruchsvoller Baugrundverhältnisse sowie witterungsbedingter Herausforderungen konnte das Bauvorhaben erfolgreich – wenn auch ein wenig später als zu Beginn der Planungen prognostiziert - umgesetzt werden. Die ursprünglichen Planungskosten in Höhe von rund 7 Millionen Euro erhöhten sich im Projektverlauf auf 9,2 Millionen Euro.

 

Nach Abschluss der noch ausstehenden Abnahmen, der Nutzungsfreigabe durch die untere Bauaufsichtsbehörde, dem Umzug sowie einem anschließenden Testbetrieb ist vorgesehen, die neue Rettungswache bis zum 1. Juli 2026 offiziell in Betrieb zu nehmen.

 

Die Rettungswache in Lauchhammer ist eine von insgesamt acht Wachen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Mit dem Neubau setzt der Landkreis seine nachhaltigen Investitionen in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger konsequent fort und schafft zugleich moderne, funktionale Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten im Rettungsdienst und Katastrophenschutz. In den vergangenen Jahren wurden bereits mehrere Standorte modernisiert und erweitert, darunter der Neubau der Rettungswache in Klettwitz (2022) sowie der Umbau und die Erweiterung der Rettungswachen in Großräschen (2016) und Lübbenau/Spreewald (2020).

 

Der Rettungsdienst im Landkreis Oberspreewald-Lausitz absolviert im Jahr in Summe rund 19.900 Einsätze.