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News-Ticker

„Communities That Care“ startet in die nächste Phase: Jugendamt und Pilotkommunen analysieren Präventionsbedarf

Meldung aus Landkreis Oberspreewald-Lausitz
20250709_CTC Gebietsteam Treffen Calau_Bild Landkreis OSL_Nora Bielitz (1) (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: 20250709_CTC Gebietsteam Treffen Calau_Bild Landkreis OSL_Nora Bielitz (1)

Mit dem Aufbau der Präventionsstrategie „Communities That Care“ (CTC) setzt sich der Landkreis Oberspreewald-Lausitz gemeinsam mit Netzwerkbeteiligten und Mitwirkenden für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ein. Die drei Pilotkommunen Calau, Senftenberg und Lauchhammer gehen gemeinsam mit dem CTC-Team des Jugendamtes in diesem Projekt voran. Nun ist der nächste Schritt gestartet. Gebietsteams priorisieren Maßnahmen.

 

Nachdem die Jugendbefragung „Zeig, was du denkst!“ an den Schulen im Landkreis abgeschlossen ist, kann nun die Entwicklung zielgerichteter Maßnahmen zur Präventionsarbeit in den Kommunen vorangetrieben werden. Wie das in der Praxis abläuft, zeigt das Beispiel des Gebietsteams der Pilotkommune Calau. 

 

Das Calauer CTC-Gebietsteam unter Leitung von Koordinatorin Jana Quosdorf besteht aus Vertreterinnen und Vertretern von Schulen, Kitas, Feuerwehr, Polizei, Wohnungsbaugesellschaften und weiteren lokalen Akteuren. Auch das Jugendamt des Landkreises begleitet die Arbeit. Das Team engagiert sich von Beginn an für die Umsetzung der CTC-Strategie in ihrer Stadt. So befassten sich die Calauer u.a. bereits mit der Vorplanung der Jugendbefragung.

Für das CTC-Gebietsteam in der Pilotkommune Calau war das Treffen am 9. Juli in der Jugendbegegnungsstätte in der Mühlenstraße somit nicht das Erste. Das Besondere an diesem Treffen war jedoch, dass sich die Akteure nun erstmals auf Basis einer repräsentativen Datengrundlage der Gedanken von Kindern und Jugendlichen in der Kommune zu ersten Ansatzpunkten der Prävention verständigen konnten. Dafür überreichten Josi Benad und Steffen Lachmann vom Bereich Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit/Jugendschutz der Kreisverwaltung den Kommunalbericht mit den Ergebnissen aus der Jugendbefragung „Zeig, was du denkst!“ an das Gebietsteam. Der anschließende Workshop startete mit einer Diskussion zu den statistischen Ergebnissen. Anschließend führte das Gebietsteam anhand der Daten die Risikoanalyse durch. Diese beinhaltet Risiko- und Schutzfaktoren aus den Bereichen Familie, Schule, Peergruppe und Nachbarschaft. Die Ergebnisse aus dem Workshop sollen im nächsten Treffen dazu dienen, ein Gebietsprofil zu erstellen. Aus dem Gebietsprofil heraus werden letztendlich konkrete Maßnahmen und ein Aktionsplan erarbeitet – die in der Folge dann konkret umgesetzt werden sollen.

 

Zur Umsetzung der Präventionsarbeit ist eine gute Zusammenarbeit mit den kommunalen Verwaltungen entscheidend. Das Ergebnis präsentiert und bespricht das Team daher anschließend mit Entscheidungsträgern der Calauer Stadtverwaltung. 

 

Die Arbeit mit den Ergebnisberichten

Der an das CTC-Team aus Calau überreichte Kommunalbericht basiert auf den Ergebnissen der Jugendbefragung „Zeig, was du denkst!“. Hierfür wurden 1.187 junge Menschen von 12 weiterführenden Schulen im Landkreis vom Jugendamt der Kreisverwaltung mit einem Online-Fragebogen anonym befragt. Das OSL-Jugendamt hatte die Befragung im vergangenen Jahr, am 13. November 2024, gestartet. Nach dem erfolgreichen Abschluss der Befragung am 3. März 2025 wurden die Ergebnisse vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) bereinigt und aufbereitet. Im Ergebnis liegen nun elf Kommunalberichte (ein Bericht je Kommune), neun Schulberichte (bei Schulen mit einer Teilnehmendenzahl von mind. 50 jungen Menschen) und ein Landkreisbericht vor. Mit Fragen zur Lebenswelt der Jugendlichen, wie Familie, Wohnumfeld, Schule, Freunde, Gesundheit, Freizeit und mehr gibt es für die OSL-Region in insgesamt 21 Berichten nunmehr erstmalig eine belastbare und wissenschaftlich fundierte Datenbasis.

 

Seit Anfang Juli übergibt das CTC-Team aus dem Jugendamt der Kreisverwaltung die Berichte an die Schulleitungen, die Kommunen und die Gebietsteams der drei Pilotkommunen Senftenberg, Lauchhammer und Calau. Josi Benad vom Jugendamt des Landkreises erläutert: „Die vorliegenden Berichte liefern eine gute Datengrundlage, enthalten aber zum jetzigen Stand noch keine Wertungen der Ergebnisse. So ist der nächste Schritt, dass das Gebietsteam in der Arbeit mit dem kommunalen Bericht die Ergebnisse mit lokalem Wissen abgleicht und priorisiert – im Hinblick auf bestehende Angebote, Erfahrungen aus der Praxis und mögliche Präventionsansätze. Ziel ist es, besonders relevante Schutz- und Risikofaktoren zu identifizieren und für zukünftige Maßnahmen nutzbar zu machen.“ Hierfür diente unter anderem auch der jüngste Termin mit dem Calauer CTC-Team.

 

Steffen Lachmann vom CTC-Team aus dem Jugendamt des Landkreises OSL ergänzt: „Wir begleiten die Übergabe der Berichte an die Kommunen, Schulleitungen und Gebietsteams persönlich, zeigen dabei auf, welche Aussagekraft die Zahlen haben und sensibilisieren für die Möglichkeit, die Sichtweise der Kinder und Jugendlichen einzunehmen. Dabei nehmen wir sehr positiv wahr, dass seitens der Entscheidungsträger und den Gebietsteams wirklich großes Interesse an den Ergebnissen besteht, also an dem, was die Jugendlichen in der jeweiligen Kommune oder Schule denken, wahrnehmen und einschätzen.“

 

Die nächsten Schritte in der OSL-Strategie „Communities That Care“

Parallel zur Arbeit in den Kommunen setzt sich die Kreisverwaltung auch intensiv mit den Ergebnissen des Landkreisberichts auseinander. In die Landkreisergebnisse werden Josi Benad, Steffen Lachmann und Maren Reichelt vom Bereich Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit/Jugendschutz der Kreisverwaltung im Jugendhilfeausschuss des Kreistages am 23. September 2025 einen ersten Einblick geben und anhand der „Grüne Liste Prävention“ mögliche Maßnahmen aufzeigen. 

 

Zu gegebener Zeit wird der Landkreis OSL Ergebnisse aus dem Landkreisbericht veröffentlichen – dafür ist zunächst die fachliche Einordnung der Daten in die Gebietskulisse des Landkreises und die bestehenden Maßnahmen, Projekte, Netzwerkstrukturen und Angebote der Jugendpräventionsarbeit im Kreisgebiet erforderlich. Dieser Übersetzungsaufgabe wird sich die Kreisverwaltung mit einem interdisziplinären Team stellen.

 

Hintergrund zur Präventionsstrategie „Communities That Care“ (CTC)

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat unter Federführung des Jugendamtes als erster Landkreis im Land Brandenburg mit der Implementierung der Präventionsstrategie „Communities That Care“ (CTC) begonnen. Die Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung im Rahmen der Auftaktkonferenz im November 2023 galt als Startschuss, den behördenübergreifenden Präventionsansatz im Landkreis umzusetzen.

Das Bündnis für Communities That Care in Deutschland setzt sich für ein sicheres und gesundes Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen ein. Ziel von CTC ist es, Prävention in der Kommune auf der Basis gesicherter wissenschaftlicher Erkenntnisse durch langfristige Präventionsstrategien zielgerichtet und effektiv zu planen. Schutzfaktoren werden geschaffen, damit entstandene Risikofaktoren reduziert oder ausgeglichen werden können.