Nächste Etappe für die erfolgreichen OSL-Siegerdörfer des Kreiswettbewerbes „Unser Dorf hat Zukunft 2024“: Nach ihrem Erfolg auf Kreisebene dürfen sich Peickwitz (Ortsteil der Stadt Senftenberg) und Boblitz (Ortsteil der Stadt Lübbenau) auf Landesebene mit den weiteren Kreissiegern aus ganz Brandenburg messen. Hierzu präsentierten sie sich am Dienstag, 15. Juli 2025 der fachkundigen Bewertungskommission des Landeswettbewerbes.
In den jeweils zweieinhalbstündigen Bereisungen stellten Einwohnerinnen und Einwohner aus Peickwitz und Boblitz der Jury sowie weiteren Gästen und Teilnehmenden ihren Ort, ihre Projekte, Ideen und Ziele in der Dorfentwicklung vor. Gelegenheit zu zeigen, dass die Dörfer Zukunft haben!
In der Bewertungskommission waren das Landwirtschaftsministerium, der Städte- und Gemeindebund, das Landesamt für Denkmalpflege, der Gartenbau-, der Landesbauern- und der Landfrauenverband sowie die Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH vertreten. Begleitet wurde die Kommission von Vertreterinnen und Vertretern der Kreisverwaltung und Stadtverwaltungen. So zählten neben dem Beigeordneten und Dezernenten für Gesundheit, Jugend und Soziales des Landkreises OSL, Alexander Erbert, in Peickwitz unter anderem der Senftenberger Bürgermeister Andreas Pfeiffer sowie in Boblitz der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel zu den Gästen der Veranstaltung.
Bei Sonnenschein empfingen die Peickwitzerinnen und Peickwitzer um 9 Uhr die 7-köpfige Bewertungskommission an der Peickwitzer Hütte. Dort stellten Einwohnerinnen und Einwohner des Ortes das Dorf, seine Charakteristika und sein gesellschaftliches Engagement unter dem Motto: „Kleines Dorf mit großem WIR“ auf prägnante und kurzweilige Art in Film und Foto vor. Im weiteren Verlauf ging es mit der Kleinbahn „Seeschlange“ auf eine Fahrt durch den Ort. An verschiedenen Stationen wurden weitere Besonderheiten von Peickwitz vorgestellt, wie z.B. der Sportplatz, der ansässige Landwirtschaftsbetrieb Domin mit Hofladen und der Agroforst-Rundweg, um der Jury den Ort umfassend darzustellen. Auch wurden die Geschichte, das Dorf- und Vereinsleben der verschiedenen Generationen, aktuelle Bauprojekte und das Engagement der Dorfgemeinschaft vorgestellt – zusammen mit viel Freude und guter Laune aller Beteiligten. Deutlich wurde unter anderem: Peickwitz ist insbesondere für junge Familien attraktiv. Zugezogene werden gern und aktiv in das Dorfleben und die Vereine integriert. Bei Festen wie dem 2. Kreis-Erntefest im Jahr 2024, bei dem Tausende Besucher kamen, wirken Peickwitzerinnen und Peickwitzer verschiedener Generationen mit und bringen sich ein. Aktuell arbeitet man, neben weiteren Projekten, gemeinsam an einer eigenen Dorf-App. Besonders gut kam auch die Spritzübung von Kindern der Jugendfeuerwehr an. Ein besonderes Merkmal der Peickwitzer ist die seit 2022 bestehende und aktive Partnerschaft mit der Gemeinde Fernheim in Paraguay. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird ein reger Austausch gepflegt, der sogar Schüleraustausche umfasst. Zum Abschluss des Besuchs der Bewertungskommission wurde gemeinsam mit eigens aus der Botschaft in Berlin angereisten Vertretern als Höhepunkt eine großflächige Informationstafel zur bestehenden Gemeindepartnerschaft am Dorfteich enthüllt.
Um 13 Uhr war es für die Boblitzerinnen und Boblitzer soweit. Nach der Begrüßung im Schützenhaus hielten die Mitglieder des Ortsbeirats eine Präsentation, in der sie den Gästen unter anderem die Geschichte, gesellschaftliche Aktivitäten und Entwicklung des Dorfes vermittelten. Ein Beispiel für die erfolgreiche Nachnutzung bestehender Gebäude ist die Kita, die auf der anschließenden Rundfahrt durch den Ort eine der Stationen war. Hier ist es gelungen, Altes und Modernes zu verbinden. Hier ist auch das Gemeindebüro untergebracht. In einer eigenen Küche wird das Essen für die Kinder zubereitet, hierfür werden Lebensmittel aus der Region bezogen. Regelmäßig backen die Kinder selbst. So bot beim Besuch auch ein Mädchen in traditioneller Boblitzer Tracht den Gästen Brot und Salz an. Auch die örtlichen Vereine stellten sich vor: Vom Schützen- über den Angel- bis hin zum Sportverein gibt es verschiedene Betätigungsfelder. Die Vereine und auch die Feuerwehr engagieren sich aktiv für die Nachwuchsgewinnung. Der Förderverein kümmert sich um den kleinen Naturhafen. Der starke Regen zwischendurch tat der Laune keinen Abbruch. Der Traditionsverein führte in Arbeitstracht vor, wie eine Erntekrone gebunden wird – ein Brauchtum, das die Boblitzer aktiv pflegen. Der Sportverein wird mit viel Engagement wiederbelebt: In kurzer Zeit ist er auf über 100 Mitglieder gewachsen. Gemeinsam arbeitet man daran, den Sportplatz instand zu setzen und einen regelmäßigen Spielbetrieb zu ermöglichen. Genau wie Peickwitz blickt das Dorf auf ein gutes Miteinander über Generationen hinweg. Ein Beispiel hierfür sind die Aktivitäten und Feste der Boblitzerinnen und Boblitzer. Zu den weiteren Stationen zählte das Feuerwehrgebäude mit seinem neuen Anbau und die von Kindern und Erwachsenen rege genutzte Bücherbox. Schließlich stellte sich noch das ansässige Unternehmen SpreewaldRabe vor. Im dortigen Versammlungsraum fand die Präsentation ihren Abschluss.
Begeistert vom Engagement der Menschen in Peickwitz und Boblitz zeigte sich zum Ende des Tages Alexander Erbert, Beigeordneter und Dezernent der Kreisverwaltung OSL: „Sowohl in Peickwitz als auch in Boblitz haben die Menschen die Bewertungskommission und uns Gäste mit großer Offenheit empfangen und ihre Orte mit viel Herzblut präsentiert. Es war beeindruckend zu sehen, mit wie viel Engagement, Freude und Zusammenhalt hier generationenübergreifend an der Zukunft der Dörfer gearbeitet wird. Die Präsentationen waren sehr gut vorbereitet, der Ablauf stimmig, die Atmosphäre herzlich. Besonders hat mich beeindruckt, wie selbstverständlich sich so viele unterschiedliche Akteure einbringen und gegenseitig unterstützen – das lebt echte Dorfgemeinschaft. Peickwitz und Boblitz haben starke Eindrücke hinterlassen - die Entscheidung, welches der 16 Dörfer am Ende als Landessieger hervorgeht, wird der Kommission sicher nicht leichtfallen. Wir drücken natürlich die Daumen für unsere Orte aus dem Landkreis OSL.“
Sieger im Landeswettbewerb steht im Herbst fest
Die Kommission bewertet in ihrer Entscheidung nicht nur das Erscheinungsbild der Dörfer, sondern vor allem die Aktivitäten für eine ganzheitliche Dorfentwicklung. Wesentlich ist, wie die soziale und kulturelle Integration von Jung und Alt, von Alteingesessenen und Zugezogenen sowie die Sicherung der Lebensqualität und von Erwerbsmöglichkeiten im Dorf gelingt. Insgesamt 16 Dörfer wird die Bewertungskommission bis zum 18. Juli besuchen, um am Ende den Landessieger zu ermitteln.
OSL ist im Landeswettbewerb aufgrund der überdurchschnittlich hohen Beteiligung von Dörfern am vorausgegangenen Kreiswettbewerb 2024 als einziger Landkreis mit zwei teilnehmenden Dörfern vertreten. Hierbei hatten 14 Dörfer teilgenommen.
Die Ehrung der teilnehmenden Dörfer erfolgt am 12. September 2025 in Fredersdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark). Landwirtschaftsministerin Hanka Mittelstädt wird im Rahmen einer Auszeichnungsveranstaltung die teilnehmenden Dörfer würdigen. Ausgelobt sind Preisgelder über 10.000 Euro für den ersten Platz, 5.000 Euro für den zweiten und 3.000 Euro für den dritten Platz. Die beiden Erstplatzierten werden im kommenden Jahr zudem das Land Brandenburg beim Bundeswettbewerb vertreten.
Der Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“
Der bundesweite Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ wird alle drei Jahre vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) ausgelobt und würdigt Dorfgemeinschaften, die sich aktiv und kreativ für die Entwicklung ihres Ortes einsetzen. Er ist ein wichtiger Baustein zur Förderung der ländlichen Entwicklung und zeigt, wie engagierte Dorfgemeinschaften den Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft aktiv begegnen können. Der Dorfwettbewerb wird in Brandenburg gemeinsam mit dem Städte- und Gemeindebund ausgelobt und wirbt für eine durch die Menschen in den Dörfern selbstgestaltete, lebendige Dorfentwicklung. Der Wettbewerb bietet den teilnehmenden Dörfern die Möglichkeit, ihre Stärken und Projekte einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und von den Erfahrungen anderer zu lernen.