Mitmachen und einsteigen: Busschule der VG OSL macht Kinder fit für den Schulweg
Meldung aus Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Bild zur Meldung: Kinder bei der Bussschule der VG OSL. Foto LK OSL/Nora Bielitz
Die Busschule – ein Herzensprojekt der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz mbH (VG OSL) - bereichert den Schulunterricht von 1. und 2. Klassen im Landkreis OSL. Mit wichtigen Infos, guten Erklärungen und einer Prise Spaß werden junge Schulkinder für das sichere Fahren mit dem Schulbus sensibilisiert. Zugleich fördert die Busschule allgemeine Kompetenzen, wie das sichere Verhalten im Straßenverkehr und soziales Verhalten miteinander.
Wie viel Platz braucht eine Bustür eigentlich beim Öffnen? Was passiert, wenn ein Bus plötzlich bremsen muss? Und warum ist es angenehmer für alle, wenn beim Einsteigen niemand drängelt?
Diesen und vielen weiteren Fragen sind die Schülerinnen und Schüler der 1. und teilweise 2. Klasse der Grundschule „Blauer Planet“ in Annahütte am 1. Oktober bei der Busschule ganz praktisch auf den Grund gegangen. Statt nur über richtiges Verhalten im Bus zu sprechen, wird ausprobiert, beobachtet und gemeinsam erlebt, worauf es bei einer sicheren Fahrt ankommt. Dafür begrüßten Birgit Laurisch, Leitung Bereich Verkehr bei der VG OSL, und Christopher Pötzsch, Busfahrer der Kraftverkehrsgesellschaft Dreiländereck mbH (KVG), mit einem Schulbus zwei Schulkindergruppen an der Bushaltestelle vor der Grundschule. Begleitet wurden sie von ihren Lehrkräften, die ebenfalls der Busschule lauschten und den Input gern in den Schulunterricht mitnehmen.
Los geht die Busschule bereits an der Haltestelle. Die Kinder erleben direkt am Bus, warum ein ausreichender Abstand zur Bordsteinkante sinnvoll ist. Dafür demonstriert Birgit Laurisch, die die Busschule bereits seit 2 Jahren durchführt, in zwei Szenarien, was passiert, wenn der Busfahrer die Tür öffnet, während sie zu nah oder mit ausreichend Abstand am Bus steht. Ein kleines Experiment mit einem einfachen Aha-Effekt.
Auch beim Einsteigen wird es praktisch: Frau Laurisch zeigt zunächst mit einem Augenzwinkern, wie ein unfreundliches Einsteigen aussehen kann. Nach dem „Schlechtwetter-Gesicht“ folgt die bessere Variante, mit einem freundlichen Gesicht, einem netten Guten Morgen an den Busfahrer, dem Ranzen in der einen und dem Fahrausweis - bereit zum Auflegen auf dem Kartenleser - in der anderen Hand. Danach sind die Kinder und Lehrkräfte selbst an der Reihe und probieren es aus.
Im Bus geht es weiter. Wo findet man einen guten Sitzplatz? Wohin mit dem Ranzen? Was macht man, wenn kein Sitzplatz mehr frei ist? Gemeinsam werden verschiedene Situationen angeschaut und ausprobiert. Dabei geht es auch um Dinge, die für eine angenehme Fahrt wichtig sind: Rücksicht nehmen, sitzen bleiben oder sich festhalten, nicht herumtoben und auf eine angemessene Lautstärke achten, sowie aufmerksam bleiben und rechtzeitig per „Stopp-Knopf“ darauf hinweisen, wenn man an der nächsten Haltestelle aussteigen möchte.
Sobald alle sitzen und ihren Schulranzen sicher im Fußraum abgestellt haben, startet die Busschule mit einer kleinen Fahrt durch den Verkehr. Dabei sollen alle Kinder, die nicht bereits selbst Erfahrung mit einem fahrenden Bus machen konnten, die Möglichkeit bekommen, das Fahrgefühl kennenzulernen.
Ein wichtiger Moment in der Busschule kann die sogenannte „Mini-Gefahrenbremsung“ sein. Zuvor wird zunächst gemeinsam besprochen, worauf es beim Festhalten ankommt. Danach fährt der Bus ein kurzes Stück, beschleunigt auf etwa 20 km/h und führt die Bremsung an einer dafür geeigneten und sicheren Stelle durch. Ob die Situation geübt wird, entscheiden der Busfahrer und Birgit Laurisch jeweils vor Ort bei dem Termin. Dabei wird die aktuelle Verkehrssituation, das Verhalten der Gruppe und beispielsweise auch die Witterung berücksichtigt.
Zurück an der Haltestelle ist die Busschule aber noch nicht vorbei. Beim Aussteigen wird darauf geachtet, dass niemand drängelt und nichts im Bus liegen bleibt. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Blick beim Aussteigen aus dem Bus auf Radfahrer und Fußgänger, die am Bus vorbeikommen können.
Zum Abschluss wird eine Situation aufgegriffen, die viele Kinder aus ihrem Alltag kennen: Sie steigen aus dem Bus aus und auf der anderen Straßenseite warten Mama, Papa oder Freunde. Trotzdem sollte die Fahrbahn niemals direkt vor oder hinter dem Bus überquert werden. Auch das wird bei der Busschule praktisch thematisiert.
„Am besten lernt man, wenn man es selbst erlebt. Genau deshalb versuchen wir, möglichst viel direkt am Bus zu zeigen und die Kinder mitmachen zu lassen. Dann entstehen oft ganz von selbst die Fragen und Gespräche, die wir uns wünschen“, sagt Birgit Laurisch, Leitung Bereich Verkehr der VG OSL.
„Die Busschule hat uns richtig gut gefallen. Es war spannend, praxisnah und hat den Kindern sichtlich Spaß gemacht“, sagen Frau Schaefer und Frau Laurisch, zwei Lehrerinnen aus der Grundschule „Blauer Planet“ in Annahütte.
Die Busschule verbindet Informationen mit praktischen Übungen und Situationen aus dem Alltag. Für die Kinder ist es dabei vor allem eines: eine Gelegenheit, den Bus einmal aus einer anderen Perspektive zu erleben und selbst auszuprobieren, worauf es unterwegs, im Verkehr und im Miteinander ankommt.
Die Busschule ist seit 2025 ein echtes Herzensprojekt der VG OSL. Das Angebot zur Teilnahme an der Busschule geht jeweils vor dem Schuljahresstart an alle Grundschulen im Landkreis und ist für Schulen, Lehrkräfte und Kinder kostenlos. Dieses Schuljahr fanden bisher 34 Termine statt. So wurden um die 700 Kinder fit gemacht für sicheres Verhalten an der Bushaltestelle und im Schulbus. Ein Projekt, dass in einem Flächenlandkreis, wo Schulkinder unmittelbar auf den Schulbus angewiesen sind, wirklich Relevanz hat. Die Termine für das aktuelle Schuljahr 2026/27 sind vollständig vergeben. Interessierte Schulen können sich per Mail an an die Verkehrsgesellschaft wenden und einen Termin für das kommende Schuljahr 27/28 vormerken lassen.