World Ranger Day: Versteckte Vielfalt auf nacktem Fels entdecken
Meldung aus Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Bild zur Meldung: 20260120_20260120_RothsteinerFelsen_NPNLH_SusannNitzsche_
Bad Liebenwerda: Was auf den ersten Blick wie kahles Gestein wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als wertvoller Lebensraum für zahlreiche seltene Arten. Rangerin Susann Nitzsche vom Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft lädt deshalb am 31. Juli 2026, dem internationalen World Ranger Day, um 14 Uhr zu einer spannenden Entdeckungstour rund um den Rothsteiner Felsen ein. Die etwa zweistündige Rangertour führt auf einer rund drei Kilometer langen Strecke durch die Umgebung des Rothsteiner Felsens.
Der Rothsteiner Felsen gilt unter Fachleuten als geologische Besonderheit in Brandenburg und als Schwerpunkt für Flechten. Mehrere seltene Arten kommen in Brandenburg ausschließlich hier vor. Dazu gehören drei Nabelflechtenarten, eine vom Aussterben bedrohte Korallenflechte sowie verschiedene Krustenflechten. Die oft unbeachteten Flechten bringen Farbe auf den grauen Stein und leisten einen wichtigen Beitrag zur biologischen Vielfalt.
Während der Exkursion zeigt Rangerin Susann Nitzsche, wie sich Flechten und Moose erkennen lassen und welche Ansprüche sie an ihren Lebensraum stellen. Außerdem berichtet sie über die Entstehung des markanten Felsens und gibt Einblicke in die Arbeit der Rangerinnen und Ranger in Brandenburg sowie weltweit. Ihr gemeinsames Ziel: einzigartige Naturräume und ihre oft unscheinbaren Bewohnenden zu schützen.
Die Veranstaltung richtet sich an Naturinteressierte jeden Alters, die festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung mitbringen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, jedoch führt die Tour teilweise über unwegsames Gelände und ist daher nur begrenzt barrierefrei. Eine Anmeldung ist zwingend bis zum 29. Juli 2026 unter oder 0170 5750385 erforderlich.
Hintergrund Naturwacht Brandenburg
Die Rangerinnen und Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 1991 in 15 Nationalen Naturlandschaften (Großschutzgebieten) des Landes als Mittler*innen zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – sind sie unterwegs und erfassen Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Sie setzen im Nationalpark, den drei Biosphärenreservaten und den elf Naturparken zahlreiche Natur- und Artenschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg.
Gleichzeitig sind die 90 Rangerinnen und Ranger ansprechbar für alle, die in den Nationalen Naturlandschaften leben, arbeiten oder zu Gast sind. Sie begleiten jährlich rund 7.500 Interessierte auf mehr als 420 geführten Touren, teilen ihr Wissen und sensibilisieren für richtiges Verhalten in den Schutzgebieten. Damit stärken sie auch den Naturtourismus in der Region. Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bildung für Nachthaltige Entwicklung, BNE: In ihrer Arbeit mit Junior-Ranger-Gruppen oder in Schul-AGs weckt die Naturwacht Interesse an Themen rund um die Nachhaltigkeit und motiviert und befähigt die Kinder, selbst aktiv zu werden.
Rund 390 Freiwillige unterstützen die Naturwacht Brandenburg bei diesen vielfältigen Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg. Mehr Informationen unter: www.naturwacht.de