Mit einer feierlichen Veranstaltung im Ratssaal der Stadt Lübbenau/Spreewald verabschiedete sich am Dienstag, dem 30. Juni 2026, die Erste Beigeordnete und Dezernentin des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Grit Klug, in den Ruhestand.
Rund 150 Gäste aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Ehrenamt sowie zahlreiche langjährige Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter und Vertreter der Blaulichtfamilie würdigten ihr jahrzehntelanges Wirken für den Landkreis. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch Schülerinnen und Schüler der Kreismusikschule OSL und Leitung von Musikschulleiter Ulrich Stein. Durch das Programm führte Moderator Ralf Jußen.
Mit dem Eintritt in den Ruhestand endet für Grit Klug eine Laufbahn, die untrennbar mit der Entwicklung der Kreisverwaltung verbunden ist. Bereits am 1. September 1981 begann sie ihre Ausbildung beim damaligen Rat des Kreises. Nach der politischen Wende übernahm sie 1990 erstmals Verantwortung als Dezernentin und Beigeordnete. Im Zuge der Kreisgebietsreform wechselte sie 1994 in die neu gegründete Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz. In den vergangenen Jahrzehnten leitete sie verschiedene Dezernate – zunächst Finanzen und Bau, später Kreisentwicklung, Bildung und Kultur sowie zeitweise das Dezernat Jugend, Gesundheit und Soziales. Seit 2010 stand sie als Erste Beigeordnete an der Spitze des Dezernates für Bau, Ordnung und Umwelt. Unter ihrer Verantwortung entwickelten sich zahlreiche zentrale Bereiche der Kreisverwaltung weiter – vom Straßenverkehr und der Bauaufsicht über den Umwelt- und Naturschutz bis hin zum Veterinärwesen und zur Landwirtschaft.
Darüber hinaus vertrat Grit Klug den Landkreis über viele Jahre in zahlreichen Gremien und Institutionen auf Landes- und regionaler Ebene und war eine geschätzte Ansprechpartnerin weit über die Kreisgrenzen hinaus. Zum 30. Juni endet nun planmäßig ihre 2. achtjährige Amtszeit als Erste Beigeordnete des Landkreises.
Mit persönlichen Grußworten und unterschiedlichen Blickwinkeln auf das Wirken von Grit Klug würdigten mehrere Rednerinnen und Redner ihren beruflichen Werdegang. Zu ihnen zählten Landrat Alexander Erbert, Landrat a. D. Siegurd Heinze, Lübbenaus Bürgermeister und Vorsitzender der Kreisarbeitsgemeinschaft Oberspreewald-Lausitz im Städte- und Gemeindebund, Helmut Wenzel sowie der Leiter des Amtes für Bauen und Denkmalschutz, Matthias Weinreich.
In ihren Redebeiträgen würdigten die Festredner übereinstimmend den außergewöhnlichen Einsatz Grit Klugs für den Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Über mehr als vier Jahrzehnte habe sie Verantwortung übernommen, Krisen gemeistert und die Entwicklung des Landkreises mit großem Sachverstand, beeindruckender Detailkenntnis und einem einzigartigen Erfahrungsschatz maßgeblich mitgestaltet. Sie habe Verwaltungsstrukturen geschaffen und weiterentwickelt, die den Landkreis bis heute nachhaltig prägen. Hervorgehoben wurden ebenso ihre fachliche Kompetenz, ihr außergewöhnliches Engagement und ihre Bereitschaft, auch in schwierigen Situationen tragfähige Lösungen zu finden. Als Führungspersönlichkeit habe sie bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern hohe Anerkennung genossen und sich stets mit großem Einsatz für deren Belange eingesetzt. Ebenso wurde die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit den Amtsleitungen ihres Dezernates, den Städten und Gemeinden sowie den zahlreichen Partnern des Landkreises hervorgehoben. Für die Kommunen sei sie über viele Jahre eine verlässliche Ansprechpartnerin gewesen, deren Integrität, Loyalität und Verbindlichkeit auch weit über die Kreisgrenzen hinaus geschätzt wurde.
Den Abschluss der Feierstunde gestaltete Grit Klug mit persönlichen Dankesworten. Sichtlich bewegt blickte sie auf mehr als 44 Jahre im öffentlichen Dienst zurück und ließ die wichtigsten Stationen ihres beruflichen Werdegangs Revue passieren. Ihren Dank richtete sie an die Landräte, mit denen sie im Laufe ihrer Dienstzeit vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte und die ihr an diesem Tag die Ehre erwiesen, ebenso an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihres Dezernats sowie der gesamten Kreisverwaltung, den Kreistag, die Städte und Gemeinden und die zahlreichen Partner des Landkreises. Mit großer Wertschätzung würdigte sie darüber hinaus den unermüdlichen Einsatz der Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren, des Brand- und Katastrophenschutzes sowie der Hilfsorganisationen für das Wohl der Bevölkerung. Besonders persönlich wurde es, als sie sich abschließend an ihre Familie wandte und sich für deren jahrzehntelange Unterstützung, ihren Rückhalt und ihr Verständnis während ihres langen beruflichen Wirkens bedankte.
Neben Rückblicken und Dankesworten richtete sie zudem einen Appell an die Verwaltung und ihre Führungskräfte: Gesetze seien von Menschen für Menschen gemacht. Deshalb müsse die öffentliche Verwaltung auch künftig nicht nur verwalten, sondern den Landkreis aktiv gestalten und sich als verlässlicher Dienstleister für die Bürgerinnen und Bürger verstehen.
Mit der feierlichen Übergabe zweier Staffelstäbe leitete Grit Klug zugleich den Generationenwechsel ein. Ihre bisherigen Aufgaben werden künftig auf zwei Schultern verteilt. Zum 1. Juli 2026 übernimmt Robert Weidner das Amt des Ersten Beigeordneten und damit die allgemeine Stellvertretung des Landrates. Er bleibt zugleich Dezernent für Bildung, Finanzen und Innere Verwaltung. Ebenfalls zum 1. Juli 2026 übernimmt Martin Höntsch die Leitung des Dezernates III für Bau, Ordnung und Umwelt. Der Ruhländer verantwortet künftig rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Bereichen Straßenverkehr und Ordnung, Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Landwirtschaft, Bauaufsicht und Denkmalschutz sowie Umwelt.
Beim anschließenden gemeinsamen Austausch nutzten die Gäste die Gelegenheit, sich persönlich von Grit Klug zu verabschieden. Die gebürtige Lübbenauerin und überzeugte Spreewälderin gab ihren Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern dabei ein besonderes Erinnerungsstück mit auf den Weg: Gurkensamen samt einem kleinen Rezeptheft. Das Geschenk stand nicht nur für ihre tiefe Verbundenheit mit ihrer Heimatregion, sondern zugleich als symbolischer Wunsch, auch künftig im übertragenen Sinne Samen zu säen – mit Ideen, Engagement und Weitblick –, um gemeinsam Erfolge wachsen und reifen zu lassen.