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News-Ticker

Festakt zu Ehren von Siegurd Heinze | Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz würdig verabschiedet

Meldung aus Landkreis Oberspreewald-Lausitz
Festakt zu Ehren von Siegurd Heinze |  Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz würdig verabschiedet (Bild: Steffen Rasche) (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Festakt zu Ehren von Siegurd Heinze | Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz würdig verabschiedet (Bild: Steffen Rasche)

Mit einer feierlichen Veranstaltung im Kulturhaus Klettwitz ist am Freitag, dem 8. Mai 2026, der langjährige Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, Siegurd Heinze, offiziell aus dem Amt verabschiedet worden. Rund 200 geladene Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft würdigten gemeinsam seine 16-jährige Amtszeit als Landrat sowie mehr als drei Jahrzehnte kommunalpolitisches Engagement.

 

Zu den Festrednerinnen und -rednern gehörten die Vorsitzende des Kreistages Oberspreewald-Lausitz, Martina Gregor-Ness, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke sowie die Landrätin der Uckermark und künftige Präsidentin des Brandenburgischen Landkreistages, Karina Dörk.

 

Stellvertretend für die Bürgermeister und Amtsdirektoren des Landkreises sprach der Lübbenauer Bürgermeister und Vorsitzende der Kreisarbeitsgemeinschaft OSL des Städte- und Gemeindebundes Brandenburg, Helmut Wenzel. Auch das unmittelbare Führungsteam der Kreisverwaltung, bestehend aus den Beigeordneten und Dezernentinnen und Dezernenten, richtete persönliche Worte an den scheidenden Landrat.

 

In ihren Grußworten würdigten die Redner insbesondere Heinzes Verlässlichkeit, seine Führungsstärke sowie seinen prägenden Einfluss auf die Entwicklung des Landkreises und des Landes Brandenburg.

 

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke erinnerte an Heinzes berufliche Wurzeln im Bergbau: „Die Zeit im Bergbau hat dich geprägt – Teamfähigkeit, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, hart zu arbeiten. Genau diese Eigenschaften hast du in all deine Ämter eingebracht.“ Heinze habe sich nie gescheut, Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. „Danke für das ehrliche und offene Verhältnis und für alles, was du für den Landkreis, aber auch für das Land Brandenburg geleistet hast. Was sich in dieser Region entwickelt hat, trägt in vielerlei Hinsicht deine Handschrift. Es war mir eine große Ehre, gemeinsam mit dir Verantwortung tragen zu dürfen“, sagte Woidke.

 

Martina Gregor-Ness hob hervor, mit welcher Haltung Siegurd Heinze als erster direkt gewählter Landrat Brandenburgs sein Amt ausgefüllt habe. „Du hast Verantwortung für vieles und viele übernommen – und sie getragen“, sagte sie. Für die jahrelange vertrauensvolle Zusammenarbeit dankte sie ihm ausdrücklich und gab ihm zugleich persönliche Worte mit auf den Weg: „Setze deine Prioritäten neu, nimm dir die Freiheit, auch einmal einen Ball nicht jonglieren zu müssen. Sei Herr über deinen eigenen Terminkalender.“ Als augenzwinkernden Verweis auf die „Ausschulung“ aus der beruflichen Laufbahn und „Einschulung“ in den Ruhestand überreichte sie dem scheidenden Landrat eine Zuckertüte.

 

Helmut Wenzel sprach stellvertretend für die elf Bürgermeister und Amtsdirektoren des Landkreises. Er würdigte insbesondere die Zusammenarbeit „stets auf Augenhöhe mit den Städten, Ämtern und Gemeinden“. Heinzes ruhige und verbindliche Art habe die kommunale Familie geprägt. „Du hast Verantwortung nicht nur getragen, sondern gelebt. Du hinterlässt Spuren im Land, im Landkreis, in den Gemeinden und vor allem in den Menschen“, so Wenzel. 

 

Karina Dörk würdigte Heinzes Arbeit als Präsident des Brandenburgischen Landkreistages. „Scharfe Analyse, klare Position und der Mut, auch Unbequemes auszusprechen, haben deine Arbeit bestimmt. Du hast dieses Amt mit Augenmaß und der notwendigen Souveränität geführt und warst stets ein überzeugender Interessenvertreter der Landkreise“, sagte sie. „Wir werden dich vermissen.“

 

Für das unmittelbare Führungsteam der Kreisverwaltung dankten die Erste Beigeordnete Grit Klug, der Beigeordnete und künftige Landrat Alexander Erbert, der Dezernent für Bildung, Finanzen und innere Verwaltung, Robert Weidner  sowie die Dezernentin für Digitalisierung, Personal und Recht, Dr. Susanne Ziegler  mit einer besonderen Symbolik. In Anlehnung an die vier Dezernate überreichten sie Geschenke zu den vier Elementen Feuer, Wasser, Erde und Luft. Alexander Erbert führte zum Element Wasser aus und versprach mit Blick auf die Zukunft des Landkreises: „Wir werden auch künftig alles dafür tun, dass das Wasser weiter fließt und die Geschichte unseres Landkreises weitergeschrieben wird.“ Grit Klug, langjährige Wegbegleiterin und Erste Stellvertreterin Heinzes, sagte bewegt: „Danke für diese einmalige Zeit.“

 

Ein besonderer Höhepunkt des Abends war zudem ein eigens produziertes Video, das Mitarbeitende der Kreisverwaltung als Überraschungsgeschenk für Siegurd Heinze vorbereitet hatten. Zahlreiche der anwesenden Gäste wirkten daran mit und blickten in kurzen Interviews mit persönlichen Botschaften, Erinnerungen und humorvollen Momenten auf die gemeinsame Zeit mit dem scheidenden Landrat zurück. Das Video sorgte im Saal für emotionale Momente.

 

Für weitere emotionale Augenblicke sorgten zahlreiche persönliche Gesten. Siegurd Heinze überreichte Karina Dörk, die am Folgetag die Präsidentschaft des Brandenburger Landkreistages übernimmt, ein Hufeisen als Glücksbringer und Symbol für das „U“ wie Uckermark. Das besondere Geschenk war einst von Heinzes Großvater in dessen heimischer Werkstatt geschmiedet worden.

 

Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von der Musikschule des Landkreises unter Leitung von Ulrich Stein. Mit dem traditionellen Steigerlied erinnerte Heinze an seine Zeit im Bergbau. Viele Gäste erhoben sich und sangen gemeinsam mit. Den musikalischen Abschluss bildete das Brandenburg-Lied „Steige hoch, du roter Adler“.

 

Für einen besonderen Überraschungsmoment sorgten die elf Bürgermeister und Amtsdirektoren des Landkreises: Sie hatten sich im Vorfeld heimlich auf Heinzes Grundstück getroffen und dort eine Holzbank aufgestellt. Ein Foto dieser Aktion wurde während der Rede von Helmut Wenzel präsentiert und sorgte für große Heiterkeit im Saal.

 

Im Rahmen der offiziellen Amtsübergabe überreichte Siegurd Heinze seinem Nachfolger Alexander Erbert symbolisch ein XXL-Dienstsiegel. Mit Blick auf die Herausforderungen des Amtes gab er ihm persönliche Worte mit auf den Weg: Dabei bezog er sich auch auf das bekannte Zitat: „Tue, was du sollst, komme, was da wolle.“ Zugleich wünschte er seinem Nachfolger und dessen Team viel Erfolg für die kommenden Aufgaben.

 

In seiner Abschiedsrede dankte Heinze zahlreichen Wegbegleitern, darunter persönlich mit einem Blumenstrauß auch seiner Sekretärin Carmen Reech, seiner Ersten Beigeordneten Grit Klug, der Vorsitzenden des Kreistages Martina Gregor-Ness, seinem Büroleiter Stephan Hornak stellvertretend für das Büroteam sowie seinem Fahrer Alexander Paulisch. 

 

Besonders emotional wurde es beim Dank an seine Ehefrau, der er für die jahrzehntelange Unterstützung an seiner Seite einen Blumenstrauß überreichte.

Mit einem persönlichen Rückblick auf seine beliebte „Tour de OSL“ verabschiedete sich Siegurd Heinze schließlich aus dem Amt: „Meine Tour endet hier. Die spannendste Reise meines Lebens erreicht die Ziellinie. Ich bin zuhause angekommen. Glück auf, Ahoi und Adé.“

 

Zum Abschluss der Veranstaltung wurde Siegurd Heinze würdig verabschiedet. Vor dem Kulturhaus warteten drei Fahrzeuge der Feuerwehr, um den langjährigen Landrat gemeinsam mit seiner Ehefrau nach Hause zu begleiten. Eine besondere Ehre wurde ihm dabei mit einem außer Dienst gestellten Feuerwehrfahrzeug aus Meuro zuteil: In einem historischen VW LT TSF-W trat Heinze die Heimfahrt an. Das Fahrzeug hatte er zu Beginn seiner kommunalpolitischen Karriere als Bürgermeister von Schipkau gekauft. Begleitet wurde der Konvoi vom Kreisbrandmeister und dem Ortswehrführer von Meuro und weiteren Vertretern. Für einen würdigen und zugleich emotionalen Ausklang sorgte zudem ein Bläserensemble aus Schipkau, das die Verabschiedung musikalisch begleitete.