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Inklusionspreis des Landkreises Oberspreewald-Lausitz
 

Schulbank statt Büro: Landrat auf Schultour 2023

Foto: OSL-Landrat Siegurd Heinze besucht aktuell im Rahmen seiner Schultour alle Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Hierzu zählen die Förderschulen, die Gymnasien und das OSL Lausitz mit seinen Standorten. Den Auftakt machte die Förderschule Hand in Hand in Senftenberg. Hier tauschte er sich gemeinsam mit Helga Schüler vom Schulverwaltungs- und Kulturamt der Kreisverwaltung mit Schulleiterin Carola Naumburg (li.) aus, unter anderem zum geplanten Neubau der Schule. (Fotos: Landkreis/Werner) (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Foto: OSL-Landrat Siegurd Heinze besucht aktuell im Rahmen seiner Schultour alle Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Hierzu zählen die Förderschulen, die Gymnasien und das OSL Lausitz mit seinen Standorten. Den Auftakt machte die Förderschule Hand in Hand in Senftenberg. Hier tauschte er sich gemeinsam mit Helga Schüler vom Schulverwaltungs- und Kulturamt der Kreisverwaltung mit Schulleiterin Carola Naumburg (li.) aus, unter anderem zum geplanten Neubau der Schule. (Fotos: Landkreis/Werner)

Zurück in die Schule: Landrat Siegurd Heinze besucht derzeit im Rahmen seiner Schultour alle Schulen in Trägerschaft des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Dabei kommt er mit den jeweiligen Schulleitungen ins Gespräch, verschafft sich einen Überblick über die baulichen Gegebenheiten und informiert sich über aktuelle Themen. In den nächsten Wochen wird er alle drei Gymnasien, vier Förderschulen und das Oberstufenzentrum Lausitz mit seinen drei Standorten besuchen. Am Donnerstag, den 14. September, startete die Schultour in der Schule "Hand in Hand" mit dem sonderpädagogischen Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Senftenberg.

 

Insgesamt wird Siegurd Heinze bis zum 9. Oktober alle acht Schulen des Landkreises besuchen. Begleitet wird er dabei von Vertretern des Schulverwaltungsamtes. Landrat Heinze führt die Schultour seit seinem Amtsantritt im Februar 2010 in regelmäßigen Abständen durch. Er nimmt die Termine immer wieder gerne wahr: „Die Schulleiterinnen und Schulleiter stehen in einem guten und regelmäßigen Austausch mit unserem Team vom Schulverwaltungsamt des Landkreises. Darüber hinaus ist es mir wichtig, die kreiseigenen Schulen auch persönlich zu besuchen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Ich mache mir ein Bild von den Gegebenheiten vor Ort und bekomme einen direkten Einblick in die Arbeit der Schulen.“

 

Der direkte Austausch mit Schulleitungen und Lehrkräften ist für beide Seiten gewinnbringend. „Wir nutzen die Gelegenheit auch, um eine Rückmeldung zu bekommen, ob wir als Schulträger unsere Hausaufgaben richtig gemacht haben. So erfahren wir, wo wir gegebenenfalls weiter unterstützen können.“

 

Die Schulbesuche können dazu beitragen, die Entscheidungen des Landratsamtes besser auf die Bedürfnisse der Schulen abzustimmen. Nicht zuletzt soll der Besuch aber auch eine Wertschätzung für die geleistete Arbeit in der jeweiligen Einrichtung signalisieren.

 

Der Landkreis OSL hat als Schulträger eine hohe Verantwortung für die Entwicklung der Bildungslandschaft im Landkreis. Er ist dafür verantwortlich, dass im Kreisgebiet ein ausreichendes Angebot an Schulen zur Verfügung steht. Er kann neue Schulen errichten, bestehende Schulen ändern oder auflösen. Er ist verpflichtet, die Schulen mit den erforderlichen Sachmitteln auszustatten. Dazu gehören Gebäude, Mobiliar, Lehr- und Lernmittel. 

 

Neben den kontinuierlichen baulichen Investitions- und Sanierungstätigkeiten an den Schulen ergeben sich Anforderungen insbesondere auch im Hinblick auf die Ausstattung der Schulen mit digitaler Infrastruktur und technischer Ausstattung, etwa im Rahmen der Umsetzung des Förderprogramms „Digitalpakt Schule“ der Bundesregierung.   

 

An den Schulen des Landkreises lernen in Summe rund 3.000 Schülerinnen und Schüler. Während sich die Gymnasien, das OSZ und die Förderschulen in Trägerschaft des Landkreises befinden und die Kreisverwaltung für ihre Schulen auch das Personal in den Sekretariaten und für das Gebäudemanagement stellt, sind für die Grund- und Oberschulen die jeweiligen Kommunen zuständig. Die Lehrkräfte werden über das Land eingestellt. 

 

Hinsichtlich des Sanierungsstandes kann den kreiseigenen Schulen ein positives Zeugnis ausgestellt werden: Insgesamt befinden sich die Schulen in Trägerschaft des Landkreises in einem guten Sanierungszustand. Damit dies so bleibt, nimmt der Landkreis regelmäßig Geld in die Hand. In den vergangenen Jahren wurden beispielsweise das Paul-Fahlisch-Gymnasium Lübbenau (umfangreiche energetische Sanierung 2016 abgeschlossen), die Pestalozzi-Förderschule Lübbenau mit den Förderschwerpunkten "Lernen" und „geistige Entwicklung“ (Sanierungen 2011 & 2014 abgeschlossen), der Standort des OSZ Lausitz in Sedlitz (Sanierung 2016 abgeschlossen) und die Förderschule "Marianne Seidel" Senftenberg mit dem Förderschwerpunkt "Lernen" (Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten 2018 abgeschlossen) saniert. Das Emil-Fischer-Gymnasium Schwarzheide (SeeCampus Niederlausitz und OSZ Lausitz) wurde erst 2011 als Neubau errichtet und weist derzeit keinen baulichen Sanierungsbedarf auf. An allen Schulen werden zudem regelmäßig Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

 

Seit Juli 2022 laufen umfangreiche Sanierungsarbeiten am Friedrich-Engels-Gymnasium in Senftenberg. Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf ca. 11 Mio. Euro. Parallel laufen Abstimmungen zur Verlagerung des OSZ Lausitz am Standort Lauchhammer (Abteilung III) mit Neubau am Standort Sedlitz (Abteilung II). 

 

Planungen für einen Neubau gibt es auch für den Standort der Förderschule Hand in Hand in Senftenberg, der ersten Station der diesjährigen Schulbesuche.

 

Erster Stopp: Hand in Hand-Schule in Senftenberg   

 

Am Schulstandort in der Usedomer Straße 51 empfing Schulleiterin Carola Naumburg den Landrat und Helga Schüler, Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes, in ihrem Büro. Die Schule selbst wurde 1992 aus den ehemaligen Bildungseinrichtungen Hohenbocka, Lauchhammer und Senftenberg zu einer Schule zusammengeführt. Im Jahr 1992 ließ die Kreisverwaltung am jetzigen Standort das Gebäude der ehemaligen 1975 erbauten Kindetagesstätte entsprechend den Erfordernissen nach den damaligen Richtlinien barrierefrei umbauen. Im Juni 1992 erfolgte der Einzug in die sanierten Räume. Frau Naumburg selbst übernahm 2018 die Leitung der Schule. Im vergangenen Jahr feierte die Schule ihr 30-jähriges Bestehen. Waren es zu Beginn noch 8 Klassen mit insgesamt 54 Schülerinnen und Schüler, so stieg die Schülerzahl im Laufe der Jahre stetig an. Kürzlich begann das neue Schuljahr für 95 Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 10 und der beiden Berufsbildungsstufen. Sie werden derzeit von 27 Lehrkräften und 5 pädagogischen Unterrichtshilfen unterrichtet. 

 

Aufgrund der begrenzten räumlichen Kapazitäten wird ein Teil der Schülerinnen und Schüler, konkret die 10. Klassen und die Berufsbildungsstufen, in den Räumlichkeiten der Marianne-Seidel-Schule in Senftenberg unterrichtet. Die räumliche Situation stelle nach wie vor die größte Herausforderung für Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler dar, machte Carola Naumburg im Gespräch mit dem Landrat deutlich. „Steigende Schülerzahlen und der damit verbundene Anstieg der Förder- und Unterstützungsbedarfe im Einzelfall erfordern natürlich auch mehr räumliche Kapazitäten. Von dem geplanten Neubau versprechen wir uns eine deutliche Entlastung und Verbesserung im Schulalltag. Insofern freuen wir uns auf den Schulneubau. Schön ist auch, dass der Neubau in unmittelbarer Nähe und somit im gewohnten Umfeld errichtet wird“, betonte sie.

 

Um dem gestiegenen Raumbedarf und den veränderten Anforderungen an Nutzung und Ausstattung gerecht zu werden, plant die Kreisverwaltung des Landkreises OSL mit Zustimmung des Kreistages auf einem Nachbargrundstück des jetzigen Schulgebäudes den Neubau der Schule einschließlich der Herstellung der zugehörigen Außenanlagen. Hierzu wurden bereits in der Vergangenheit entsprechende Flächen von der Wohnungsbaugenossenschaft Senftenberg e.G. erworben.

 

Nachdem erste Planungen bereits einen Baubeginn im Jahr 2023 vorsahen, musste der ursprüngliche Termin verschoben werden. Grund dafür waren veränderte Rahmenbedingungen, die eine umfangreiche Anpassung der Gesamtplanung erforderlich machten. „Nach Abschluss der Planungsphase und der durchzuführenden Ausschreibungen der Bauleistungen kann voraussichtlich ab Ende 2024/Anfang 2025 mit dem Bau begonnen werden.“ informierte Heinze aus erster Hand über den aktuellen Planungsstand. Für die Umsetzung der Gesamtmaßnahme wird mit Bau- und Ausstattungskosten in Höhe von rund 18 Millionen Euro gerechnet.

 

Auch unter den veränderten Rahmenbedingungen steht der Landkreis zu seiner Zusage, in eine neue Schule zu investieren. Siegurd Heinze: „Kinder mit geistiger Behinderung erhalten hier eine nachhaltige Förderung, die individuell auf ihre jeweiligen Voraussetzungen zugeschnitten ist. Lehrer, Eltern, Betreuer, Therapeuten und Kooperationspartner arbeiten eng zusammen, um ihren Schützlingen wichtige Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben zu vermitteln. Einigen der Schülerinnen und Schüler gelingt später sogar der Einstieg in den Arbeitsmarkt. Ein großer Erfolg für Frau Naumburg und ihr Team. Für die geleistete Arbeit gebührt ihnen Anerkennung und ein herzliches Dankeschön. Der Besuch heute war ein gelungener Auftakt für die aktuelle Schultour. Ich freue mich auf die nächsten Termine“, resümierte Heinze.  

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