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Inklusionspreis des Landkreises Oberspreewald-Lausitz
 

Landeskonferenz der Sorben/Wendenbeauftragten in Oberspreewald-Lausitz mit einer Fahnen-Premiere

Zur heutigen Landeskonferenz der Sorben/Wendenbeauftragten des Landes Brandenburg hatte der Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow eingeladen. Im Senftenberger Landratsamt trafen sich Hanka Rjelka/Rjelcyna, Sorben/Wendenbeauftragte des Landkreises Oberspreewald-Lausitz/Wokrejs Górne Błota-Łužyca; Anna Kossatz-Kosel/Kosacojc-Koselowa, Beauftragte der Stadt Cottbus/Chóśebuz; Sabrina Kuschy/Kuschyna, Beauftragte des Landkreises Dahme-Spreewald/Wokrejs Dubja-Błota; Kerstin Kossack/Kosakowa, Beauftragte des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa und der Referent des Beauftragten der Landesregierung für Angelegenheiten der Sorben/Wenden Měto Nowak. (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Zur heutigen Landeskonferenz der Sorben/Wendenbeauftragten des Landes Brandenburg hatte der Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow eingeladen. Im Senftenberger Landratsamt trafen sich Hanka Rjelka/Rjelcyna, Sorben/Wendenbeauftragte des Landkreises Oberspreewald-Lausitz/Wokrejs Górne Błota-Łužyca; Anna Kossatz-Kosel/Kosacojc-Koselowa, Beauftragte der Stadt Cottbus/Chóśebuz; Sabrina Kuschy/Kuschyna, Beauftragte des Landkreises Dahme-Spreewald/Wokrejs Dubja-Błota; Kerstin Kossack/Kosakowa, Beauftragte des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa und der Referent des Beauftragten der Landesregierung für Angelegenheiten der Sorben/Wenden Měto Nowak.

Z tym jo konferenca zachopjona! So wurde die Landeskonferenz der Sorben/Wendenbeauftragten heute in Senftenberg eröffnet, zu der erstmals auch die Fahne der Sorben/Wenden vor dem Landratsamt wehte. Der Landesbeauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden, Wissenschafts- und Kulturstaatssekretär Tobias Dünow und OSL Landrat Siegurd Heinze würdigen die Arbeit und das Engagement der Beauftragten, unter anderem bei diesen „kleinen“ Meilensteinen zur Förderung von Kultur und Sprache.

 

Heute wehte erstmals die Fahne der Sorben/Wenden vor der Kreisverwaltung OSL in Senftenberg. Die Flagge ist eine Trikolore in den Farben Blau, Rot und Weiß. Die Landesverfassung des Landes Brandenburg regelt, dass die sorbische/wendische Fahne gleichberechtigt mit staatlichen Symbolen verwendet werden kann.

 

Seit Oktober 2009 hat der Landkreis Oberspreewald-Lausitz/Wokrejs Górne Błota-Łužyca eine Kreis-Beauftragte für Angelegenheiten der Sorben/Wenden. Seit Februar 2020 wird diese Aufgabe in OSL hauptamtlich von Hanka Rjelka/Rjelcyna, Sorben/Wendenbeauftragte des Landkreises wahrgenommen.

Sie empfing heute zur Landeskonferenz der Sorben/Wendenbeauftragten, zu der der Beauftragte der Landesregierung geladen hatte, im Landratsamt in Senftenberg Anna Kossatz-Kosel/Kosacojc-Koselowa, Beauftragte der Stadt Cottbus/Chóśebuz; Sabrina Kuschy/Kuschyna, Beauftragte des Landkreises Dahme-Spreewald/Wokrejs Dubja-Błota; Kerstin Kossack/Kosakowa, Beauftragte des Landkreises Spree-Neiße/Wokrejs Sprjewja-Nysa und den Referent des Beauftragten der Landesregierung für Angelegenheiten der Sorben/Wenden Měto Nowak.

 

Die Konferenz der hauptamtlichen Sorben/Wendenbeauftragten findet zweimal jährlich statt, um aktuelle Themen zu diskutieren und über den Erhalt und die Förderung der sorbischen/wendischen Sprache und Kultur zu beraten.

Siegurd Heinze, Landrat des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, betont: „Vielfach begegne ich im Landkreis sorbischen/wendischen Traditionen, die noch heute gepflegt oder in moderner Form ausgelebt werden. Das freut mich sehr und könnte wohl doch die Frage nach der Notwendigkeit der Sorben/Wendenbeauftragten mit sich bringen. Aber ganz klar ist diese gegeben, denn oft wissen diese Bürgerinnen und Bürger nicht, dass sie sorbische/wendische Traditionen leben und fortführen. Es fehlt teilweise schlichtweg am Wissen über die Geschichte und das Bewusstsein für Kultur und Sprache. Für mich ist dies immer ein wichtiges Zeichen, dass sorbische/wendische Kultur und Sprache heute natürlich noch zu uns gehören – wir wissen es nur nicht. Dafür leisten die Beauftragten einen wichtigen Beitrag und deswegen möchte ich sie auch in der Kreisverwaltung nicht missen.“

 

Heute zählten zu den Themen der Landeskonferenz auch die Verwendung der niedersorbischen Sprache in Verwaltungen und die zweisprachige Haltestellenbezeichnung im öffentlichen Personennahverkehr.

„Nicht nur in den Kommunen, sondern ganz klar auch als Verwaltung stärken wir die Kultur und Sprache der Sorben/Wenden. Mit einer einfachen Übersetzung ist es sicherlich noch nicht getan, aber dies ist definitiv ein wichtiger erster Schritt, um das Bewusstsein für die niedersorbische Sprachkultur zu schärfen und insbesondere auch den Sprachgebrauch unmittelbarer im Alltag eines jeden Bürgers und einer jeden Bürgerin verfügbar zu machen“, erläutert Hanka Rjelka, OSL Sorben/Wendenbeauftragte die Bemühungen, auf die einfachen und leicht verfügbaren Übersetzungsmöglichkeiten via Bing Microsoft Translator („Lower Sorbian“) und sotra.app aufmerksam zu machen und diese in der Verwaltungsarbeit zu integrieren. Auch die Popularisierung der Übersetzerinnenliste gehört dazu.

 

Zur Umsetzung von zweisprachigen Haltestellenbezeichnungen gibt es in der Region schon verschiedene Entwicklungen. So berichtet die Beauftragte des Landkreises Dahme-Spreewald, dass in den Nahverkehrsplan des Landkreises aufgenommen wurde, dass Haltestellen-Schilder künftig zweisprachig sein sollen. Auch in OSL steht man mit der Verkehrsgesellschaft Oberspreewald-Lausitz im Austausch, berichtet Hanka Rjelka.

 

Auch die geplante Lehrkräftebildung an der BTU in Senftenberg war heute ein Thema, zu dem sich die Beauftragten mit BTU-Vizepräsident Prof. Dr. Peer Schmidt bezüglich einer mittelfristigen Aufnahme des Faches Sorbisch/Wendisch in die Grundschullehrkräfteausbildung austauschten.

 

Das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg teilt in einer Pressemitteilung, vom 6. Juli 2023 mit:

„Die Sorben/Wenden sind seit rund 1.500 Jahren in der Lausitz ansässig. Sie haben sich trotz Assimilierungsversuchen früherer Herrscher und Regierungen ihre eigene Sprache und ihre von vielfältigem Brauchtum geprägte Kultur bewahrt. Niedersorbisch gehört zur slawischen Sprachfamilie, ist in Deutschland anerkannte Minderheitensprache und in Brandenburg durch die Landesverfassung geschützt. Das Land Brandenburg trägt mit einer Reihe von Maßnahmen dazu bei, Kultur und Sprache der nationalen Minderheit zu bewahren und weiterzuentwickeln. Das Land Brandenburg unterstützt die Stiftung für das sorbische Volk jährlich mit 3,9 Millionen Euro.“

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