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Neue Strukturen, zahlreiche Aufgaben – und neue Jobs: Das tut sich am FamilienCampus Lausitz

Bild: Geschäftsführer Tom Lehnert (r) und Alexander Erbert, Beigeordneter für Gesundheit, Jugend und Soziales der Kreisverwaltung OSL (l). (Bild vergrößern)
Bild zur Meldung: Bild: Geschäftsführer Tom Lehnert (r) und Alexander Erbert, Beigeordneter für Gesundheit, Jugend und Soziales der Kreisverwaltung OSL (l).

Seit einem knappen dreiviertel Jahr befindet sich der FamilienCampus Lausitz in Klettwitz im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz im Eigentum des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Dieser möchte den geschichtsträchtigen Standort und seine besonderen Angebote für die Menschen in der Region erhalten und weiter ausbauen. Daran und an weiteren Aufgaben arbeitet vor Ort ein Team von rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Am Freitag, 30. Juni, zogen Geschäftsführer Tom Lehnert und Alexander Erbert, Beigeordneter für Gesundheit, Jugend und Soziales der Kreisverwaltung OSL, bei einem Pressegespräch auf dem Campus eine erste Zwischenbilanz der vergangenen Monate und gaben einen Überblick über die aktuellen Aufgabenfelder.

 

 

In der „LernBar", einem im Industriestil sanierten Gebäudeteil des ehemaligen Bergarbeiterkrankenhauses, der heute als Begegnungsstätte und als Ort für das Mittagstisch-Angebot genutzt wird, empfingen Tom Lehnert, Geschäftsführer der FamilienCampus Lausitz gGmbH und der Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH, und Alexander Erbert, Beigeordneter des Landkreises und Mitglied der Gesellschafterversammlung des FamilienCampus Lausitz, interessierte Medienvertreter zu einem Gespräch mit anschließendem Rundgang über das Gelände.

 

Ein Campus – und viele spannende Ansätze

Alexander Erbert nutzte die Gelegenheit für einen Rückblick: Der Landkreis hatte das geschichtsträchtige Areal des ehemaligen Bergarbeiterkrankenhauses und die dazugehörigen Gesellschaften Klinikum Campus GmbH und Klinikum Campus Service GmbH – heute „FamilienCampus Lausitz gGmbH“ – im Oktober 2022 von den Sana Kliniken Niederlausitz erworben, um den Fortbestand des denkmalgeschützten Ensembles zu sichern. Mit der Fortführung des FamilienCampus in Eigenregie durch den Landkreis soll die gesundheitliche und soziale Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die derzeit in Form verschiedener Angebote von Inobhutnahmeplätzen bis hin zur campuseigenen Kita erfolgt, nachhaltig gesichert werden. Der Campus bleibt ein Ort der Begegnung und der sozialen Betreuung.

 

Darüber hinaus soll der Standort weiterentwickelt und aufgewertet werden. Mittelfristig soll der Campus zu einem Zentrum für Jugendhilfe, Prävention und Gesundheit entwickelt werden. „Wir arbeiten daran, dass der Standort im Rahmen der Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften in den Bereichen Gesundheit, Pflege und Jugendhilfe eine überregionale Strahlkraft entwickelt“, erklärte Alexander Erbert, der den Landkreis in der Gesellschafterversammlung der FamilienCampus Lausitz gGmbH vertritt.

 

Dabei arbeitet der FamilienCampus Lausitz weiterhin eng mit den Sana Kliniken Niederlausitz zusammen. Diese sind als Betreiber der Sana Campusschule Niederlausitz ein Stammmieter auf dem Gelände – und zugleich ein starker Partner für die weitere Entwicklung. Die Campusschule, in der junge Nachwuchsmediziner zu Pflegefachleuten, Operationstechnischen Assistenten oder Anästhesietechnischen Assistenten ausgebildet werden und erfahrene Fachkräfte auf ein breites Fortbildungsangebot treffen, wird auch perspektivisch unter der Flagge der Sana Kliniken Niederlausitz in Klettwitz ihre tragende Rolle in der Ausbildung und Weiterbildung des medizinischen Fachkräftenachwuchses für die Lausitz weiter ausbauen.

 

Ein weiteres Großprojekt im Rahmen der Campusentwicklung, das bereits konkrete Formen annimmt, betrifft den bodengebundenen Rettungsdienst im Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Dieser soll ab 2024 von einer neuen Tochtergesellschaft des Landkreises und damit in kommunaler Eigenregie erbracht werden. Die Integration wird eng mit dem Campus verbunden sein: Die Verwaltung und Organisation der rund 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den acht Rettungswachen des Landkreises soll künftig zentral vom Standort auf dem Campusgelände aus erfolgen. Derzeit wird diese Aufgabe noch von vier Betreibern wahrgenommen. Durch die grundlegende Neuorganisation werden Synergieeffekte erzielt und der Rettungsdienst insgesamt gestärkt. Damit werden neue Aufgaben an den Standort herangetragen und die Nutzung des Geländes weiterentwickelt.

 

Hauptaufgabe aktuell: Angliederung des Rettungsdienstes

Die Vorbereitung der Übernahme des Rettungsdienstes zum 1. Januar 2024 und die Integration der Gesellschaft in den FamilienCampus ist eine der Kernaufgaben von Tom Lehnert. Er wechselte im April 2023 als Geschäftsführer zum FamilienCampus, nachdem er mehrere Jahre in leitender Position in einer Bundesbehörde tätig war. 

 

Begleitet von der Arbeitsgruppe des Landkreises arbeiten er und sein Team intensiv an der Umsetzung. „Einige wesentliche Meilensteine sind bereits erreicht“, so Tom Lehnert.

 

So erfolgte im Mai die notarielle Umfirmierung und Umbenennung der bisherigen FamilienCampus Lausitz Betriebs-GmbH" in die neue Rettungsdienst Niederlausitz gGmbH". Erst am vergangenen Donnerstag (29. Juni) wurde die Gesellschaft durch den Kreistag des Landkreises formell mit ihren Aufgaben betraut. Gleichzeitig wurde ein Zuschuss in Höhe von bis zu 300.000 Euro beschlossen, damit die neue Gesellschaft ihre Aufgaben erfüllen kann. Beschluss und Finanzierung ebnen den Weg für den weiteren erfolgreichen Aufbau der Verwaltungsstrukturen: Damit können wir nun in den nächsten 14 Tagen beispielsweise die Ausschreibungen für die Stellen im Verwaltungsbereich auf den Weg bringen. Diese werden unter anderem auf unserer Internetseite sowie auf der Seite des Landkreises zu finden sein“, so Lehnert.

 

Ziel ist es, dass die neue Verwaltung im Herbst ihre Arbeit in den Räumlichkeiten auf dem Campus aufnehmen kann. Dazu laufen seit Wochen Informationsveranstaltungen mit den rund 150 Mitarbeitenden des Rettungsdienstes in den acht Rettungswachen – Lübbenau, Vetschau, Calau, Großräschen, Senftenberg, Klettwitz, Lauchhammer und Jannowitz – im Landkreis. „Wir wollen alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter transparent in diesen Prozess mitnehmen. Dazu sind wir in guten Gesprächen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über den Betriebsübergang informiert. Derzeit laufen die Rückmeldungen ein, ein Großteil hat bereits zugestimmt“, erklärt Lehnert. Er kann zusichern, dass die Rettungsdienstmitarbeitenden von den vier bisherigen Betreibern übernommen werden können, um ihnen eine sichere und attraktive Perspektive zu bieten und die verantwortungsvolle Aufgabe des Rettungsdienstes insgesamt pünktlich ab dem 1. Januar 2024, 0 Uhr, erfüllen zu können.

 

Und auch sonst gibt es eine Menge zu tun …

Parallel dazu stehen am Campus zahlreiche weitere wichtige Aufgaben an, die das 70-köpfige Team am Standort und in der Außenstelle von „ProKids“ in Lauchhammer mit Unterstützung der Kreisverwaltung bewältigen. So arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin intensiv an der Umstellung und Anpassung des Rechnungswesens sowie der IT-Landschaft an die Strukturen der neuen Gesellschaften. Ziel ist es, künftig möglichst viele Prozesse digital abbilden zu können.

 

„Damit streben wir ein stärkeres Zusammenwachsen der Standorte und ihrer Unternehmensteile an. In Kürze können wir beispielsweise den Bereich der Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen am Standort Klettwitz bündeln. Die vorhandenen Plätze, die bisher auf den Campus und die Außenstelle ‚Pro Kids‘ in Lauchhammer verteilt waren, befinden sich künftig unter einem Dach. Zusätzlich konnte ein weiterer Platz geschaffen werden. Insgesamt können nun bis zu sechs Kinder und Jugendliche in diesem Bereich aufgenommen und pädagogisch betreut werden. Die anderen Angebote verbleiben in Lauchhammer. Damit schaffen wir es mit den vorhandenen Ressourcen mehr Kapazitäten anzubieten.“

 

Das Thema Fachkräftegewinnung und Vernetzung mit regionalen und überregionalen Akteuren und Organisationen steht ebenfalls auf der Agenda des Campus-Teams.

 

Im Hinblick auf eine verstärkte Zusammenarbeit mit Akteuren aus der Region kann als jüngstes Ergebnis das kürzlich in Betrieb genommene „Bettenhaus“ als Beispiel angeführt werden. Es ergänzt seit April das Angebot auf dem Campus. „Das Bettenhaus bietet bis zu 37 Übernachtungsplätze und damit den passenden Rahmen für beispielsweise Klassenfahrten oder Teambuilding-Veranstaltungen. Die Gäste können vor Ort auf Wunsch unsere therapeutischen und pädagogischen Angebote in Anspruch nehmen und werden entsprechend verpflegt – alles in allem ein attraktives Gesamtpaket, das gut ankommt. Zukünftig wollen wir das Bettenhaus noch stärker bewerben und dazu in einen konkreten Austausch mit den Schulen treten. Die bisherigen Gäste sind begeistert.“

 

Nicht zuletzt sind auch bauliche Entwicklungen auf dem Gelände geplant. „Mit Hilfe von Mitteln aus dem Strukturförderprogramm wollen wir die bereits in Teilabschnitten erfolgte Sanierung der Gebäude fortsetzen und einige energetische Verbesserungen erreichen.“ Auch hier gilt es, entsprechende Planungen vorzunehmen und Mittel zu akquirieren.

 

Ein wichtiges Anliegen von Tom Lehnert ist es darüber hinaus, den Campus mit seinen aktuellen und zukünftigen Angeboten sichtbarer zu machen. Das Thema Öffentlichkeitsarbeit und damit die Kommunikation der Angebote soll ausgebaut werden – über regelmäßige Werbemaßnahmen bis hin zu Auftritten in den sozialen Medien.

 

„Alles in allem ein breites Aufgabenspektrum, dem wir uns aber gerne und offen stellen. Der Campus bietet viel Entwicklungspotenzial. Ideen gibt es viele. Wir freuen uns darauf, in den kommenden Monaten Ansätze weiterzuentwickeln, zu konkretisieren und gemeinsam weitere Schritte in eine erfolgreiche Zukunft des FamilienCampus Lausitz zu gehen.“

 

Wer sich ein Bild von den aktuellen Angeboten auf dem Campus machen möchte, hat dazu im Herbst Gelegenheit. Dann soll auf dem Gelände ein Tag der offenen Tür stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben. Parallel dazu berichtet Geschäftsführer Tom Lehnert ab sofort regelmäßig via LinkedIn aus dem Campus-Alltag.

 

Über die Pläne der Kreisverwaltung, die aktuellen Angebote und Aufgabenfelder berichten Tom Lehnert und Alexander Erbert in einem Videobeitrag. Dieser kann hier angesehen werden.

 

Das ist der FamilienCampus Lausitz

Der FCL ist ein Standort mit langer Tradition. Seit der Grundsteinlegung im Jahr 1898 ist der heutige FamilienCampus Lausitz ein Ort, an dem sich Menschen verschiedener Generationen begegnen. Privatpersonen, aber auch Unternehmen, Institutionen bis hin zu Schulen, finden hier ein breites Spektrum an Möglichkeiten rund um die Themen Gesundheit, Leben und Lernen.

Auf dem Campus kann man lernen, übernachten, Fortbildungen besuchen und durchführen, Veranstaltungsräume mit spezieller Ausstattung mieten, Teambuilding betreiben, eine Auszeit nehmen, Mittag essen und vieles mehr – das alles in idyllischer Atmosphäre, auf dem Gelände des ehemaligen Bergmannkrankenhauses inmitten der Natur, welches im kommenden Jahr auf sein 125-jähriges Bestehen blickt. 

 

Die derzeitigen Hauptgeschäftsfelder bilden die Kinder- und Jugendhilfe mit ihren Angeboten im „FamilienRing“, die Jugendhilfeeinrichtung „ProKids“, die „CampusKita“ und das Therapiepferdeangebot „PferdeGut“ sowie das Veranstaltungs- und Objektmanagement inklusive technischer Dienstleistungen. Ergänzt wird das Angebot durch Jugendhilfeangebote an den Standorten Lauchhammer und Elsterwerda u. a. mit Wohngruppen, sozialpädagogischer Familienhilfe, Erziehungsbeistandschaften, Einzelfallhelfern und Schulbegleitung. Mehr als 80 Mitarbeitende sind in den verschiedenen Bereichen tätig. Zudem betreiben die Sana Kliniken Niederlausitz eine Pflegefachschule sowie der ASB Mittel-Brandenburg eine stationäre Pflegeeinrichtung auf dem Campusgelände in Klettwitz.

 

Nähere Informationen: www.familiencampus-lausitz.de

 

 

 

Seit einem knappen dreiviertel Jahr befindet sich der FamilienCampus Lausitz in Klettwitz im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz im Eigentum der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz. Geschäftsführer Tom Lehnert und Alexander Erbert, Beigeordneter für Gesundheit, Jugend und Soziales der Kreisverwaltung OSL, zogen bei einem Pressegespräch auf dem Campus eine erste Zwischenbilanz der vergangenen Monate und gaben einen Überblick über die aktuellen Aufgabenfelder. (Fotos: Landkreis/Sarah Werner)Fotos: Seit einem knappen dreiviertel Jahr befindet sich der FamilienCampus Lausitz in Klettwitz im Süden des Landkreises Oberspreewald-Lausitz im Eigentum der Kreisverwaltung Oberspreewald-Lausitz. Geschäftsführer Tom Lehnert und Alexander Erbert, Beigeordneter für Gesundheit, Jugend und Soziales der Kreisverwaltung OSL, zogen bei einem Pressegespräch auf dem Campus eine erste Zwischenbilanz der vergangenen Monate und gaben einen Überblick über die aktuellen Aufgabenfelder. (Fotos: Landkreis/Sarah Werner)

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