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Mehrere Tote bei Grabungen in Senftenberger Festung gefunden



Gemeinsame Pressemitteilung – Stadt Senftenberg und Landkreis Oberspreewald-Lausitz

 

 

Bei Grabungen auf dem Wall der Senftenberger Festung wurden am Montag (2. Mai 2022) mehrere Tote gefunden. Ob es sich um Tote aus dem Zweiten Weltkrieg handelt, müssen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen ergeben. 

 

Seit Anfang vergangener Woche wurden auf dem Schlossgelände und auf dem historischen Wall Waffen und Munition in ungewöhnlicher Menge entdeckt. Dabei handelte es sich um Waffen und Munition aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg, aber auch um Fundstücke vor 1900. Am Montag (2. Mai) wurden die sterblichen Überreste von Menschen entdeckt.

 

Sollte sich die Annahme bestätigen, dass es sich bei den Toten um Kriegstote handelt, wird die Bergung durch den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge erfolgen, der am Montag bereits verständigt wurde. Die Sondierungsarbeiten auf dem Gelände werden weiterhin fortgesetzt.

 

Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich zeigte sich am Montag vor Ort tief betroffen. „Hier liegen Menschen, die nie ihren Familien zurückgegeben werden konnten. Wenn man bedenkt, wie lange sie mitten unter uns lagen, ist das sehr schmerzlich. Jetzt geht Sicherheit vor Schnelligkeit, und es geht vor allem um einen würdevollen Umgang mit den Toten.“

 

In Vorbereitung auf die Baumaßnahmen für einen Neubau in der Festungsanlage Senftenberg hatten vergangene Woche Sondierungsarbeiten am Wall begonnen. In deren Verlauf waren Archäologen auf Waffen und Munition gestoßen. Es handelt sich dabei um Maschinengewehre, Panzerfäuste, Granaten, Säbel, Dolche und Munition, aber auch um Hausrat. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst ist auch im Verlauf der weiteren Sondierungsarbeiten im Einsatz.

 

„Die Funde der vergangenen Woche waren bereits unerwartet und überraschend. Das Auffinden der Toten hat uns alle hier im Museum sehr getroffen und wir hoffen nicht nur aus musealer Sicht, dass die Geschichten der Toten rekonstruiert werden kann“, erklärt Museumsdirektor Stefan Heinz.

 

Am Montag (2. Mai) fand eine Abstimmung zum weiteren Vorgehen bezüglich der Sondierungs- und archäologischen Arbeiten statt. Hierbei galt es zu klären, ob die Sondierungsarbeiten für das Bauvorhaben weiterhin durchgeführt werden können und in welchem Ausmaß weitere Bodensondierungen und auch kampfmittelbezogene Untersuchungen des Geländes erfolgen müssen.
 

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