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Senftenberger See - Luftaufnahme
 

Aktuelle Corona-Lage am Klinikum Niederlausitz



Senftenberg. Am Morgen des 8. Januar 2021 wurden 35 Covid-19-Patienten im Krankenhaus in Senftenberg behandelt, davon fünf intensivmedizinisch und sechs beatmet. In den vergangenen 14 Tagen sank die Zahl der neu aufgenommenen Covid-19-Patienten. Verlegungen in andere Häuser seit Silvester nicht notwendig. Die Situation im Klinikum bleibt dennoch angespannt. Die Versorgung konzentriert sich weiter auf die Pandemiebewältigung.

In den vergangenen beiden Wochen wurden im Klinikum Niederlausitz im Durchschnitt pro Tag 38 Patienten mit Covid-19 behandelt und vier Covid-19-Patienten täglich neu aufgenommen. In den ersten zwei Dezemberwochen wurden täglich durchschnittlich 42 Covid-19-Patienten behandelt und pro Tag acht Erkrankte neu aufgenommen. Im Jahr 2020 hat das Klinikum Niederlausitz 391 Covid-19-Patienten behandelt.

Aufgrund der sinkenden Zahl an Neuaufnahmen von Covid-19-Patienten war seit Silvester bislang keine Verlegungen in andere Häuser notwendig. Das Klinikum Niederlausitz blieb jederzeit aufnahmebereit. Die Belastung in den Pandemiebereichen ist weiterhin hoch, eine Entspannung der Lage ist nicht absehbar. Die Corona-Einsatzleitung stellt sich nach den Familienfeierlichkeiten an Weihnachten und Silvester und aufgrund der steigenden Fallzahlen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz auf mehr Patienten mit Covid-19 ein. Gleichzeitig rechnet man aufgrund der fallenden Temperaturen mit einem höheren Aufkommen von Patienten mit Sturzverletzungen, deren Versorgung ebenfalls jederzeit gewährleistet bleiben muss. Damit ausreichend Personal für die Akut- und Notfallversorgung zur Verfügung steht, finden weiterhin keine verschiebbaren Behandlungen am Klinikum Niederlausitz statt. Derzeit können nur weniger als die Hälfte der insgesamt 504 Planbetten in den Krankenhäusern Senftenberg und Lauchhammer belegt werden.

Unterstützung für hochbelastete Mitarbeiter
Aktuelle Studien beziffern die Sterberate von Covid-19-Patienten in Krankenhäusern zwischen 16,9 und 22 Prozent. Sie liegt damit deutlich über der von Patienten, die wegen einer Influenza im Krankenhaus behandelt werden. Trotz intensiver Betreuung müssen sich auch die Mitarbeiter im Klinikum Niederlausitz nahezu täglich von Patienten verabschieden, denen sie nicht mehr helfen können. Die Psychologen des Zentrums für psychosoziale Gesundheit im Klinikum Niederlausitz bieten ihren Kollegen in dieser Situation sowie bei der Betreuung von Patienten oder Angehörigen psychologische Unterstützung und Beratung an. Entlastung beim hohen Pflege- und Versorgungsaufwand vor allem von Covid-19-Patienten erhalten die Mitarbeiter von vielen Helfern: Über 200 Männer und Frauen aus der Region und darüber hinaus haben sich bis zum aktuellen Zeitpunkt auf den Aufruf, dem Klinikpersonal bei der Bewältigung der Pandemie unter die Arme zu greifen, gemeldet. 40 von ihnen wurden bislang als pflegerische Hilfskräfte einstellt. Sie vermitteln den Patienten zum Beispiel Kontakte zu ihren Angehörigen, unterstützen das Personal bei der Essens- und Getränkeversorgung oder beim Lüften der Zimmer.
„Wir stellen uns darauf ein, dass die Pandemielage andauert, und müssen die Kräfte einteilen. Das Personal benötigt Erholung, um die anstehenden Herausforderungen in den kommenden Monaten bewältigen zu können. Die eingeschränkte Urlaubssperre haben wir daher aufgehoben. An eine Rückkehr zum normalen Klinikbetrieb ist aber derzeit nicht zu denken. Wir setzen unsere Hoffnung unter anderem auf die Impfung sowohl der Mitarbeiter als auch der Bevölkerung und auf die Effekte des Lockdowns“, beschreibt Tobias Vaasen, Geschäftsführer der Klinikum Niederlausitz GmbH, die Lage.

Reibungsloser Ablauf der Impfungen
Rund 490 Mitarbeiter der Klinikum Niederlausitz GmbH wurden an vier Impftagen gegen Covid-19 geimpft. Das entspricht rund 40 Prozent aller Angestellten. Die Impfungen liefen reibungslos ab, alle bestellten Impfdosen wurden pünktlich geliefert. Es sind keine Impfkomplikationen aufgetreten. Der Großteil der Mitarbeiter hat die Impfung sehr gut vertragen und keine bis leichte Impfreaktionen, wie zum Beispiel Schmerzen an der Einstichstelle, berichtet. Einige Impflinge haben mit Abgeschlagenheit reagiert, je einer mit Kreislaufschwäche und einer mit vorrübergehendem Ausschlag.
„Wir konnten alle impfbereiten Mitarbeiter impfen. Es gibt bereits eine Warteliste von Mitarbeitern, die eine spätere Impfung möchten. Einige haben sich mehr Bedenkzeit erbeten, warten auf die Verfügbarkeit weiterer Impfstoffe oder wollen abwarten, wie ihre geimpften Kollegen den Impfstoff vertragen. Wir wünschen uns eine Impfquote von mindestens 60 Prozent, informieren transparent und klären auf, um Bedenken zu zerstreuen“, äußert sich Tobias Vaasen zur Impfbereitschaft der Mitarbeiter des Klinikums Niederlausitz.
Der Klinikums-Geschäftsführer ist bereits geimpft und hat sich dafür gemeinsam mit anderen Mitarbeitern für ein intern verbreitetes Video filmen lassen, damit möglichst viele diesem Beispiel folgen. „Ich habe die Impfung ohne jede Reaktion vertragen und bin dankbar, dass die Mitarbeiter im Krankenhaus als eine der ersten die Chance erhalten, sich vor dieser Erkrankung zu schützen, damit die Gesundheitsversorgung in der Region gesichert wird“. In den kommenden Wochen sollen alle geimpften Mitarbeiter die zweite Dosis erhalten, um dann mit 95prozentigen Schutz vor Covid-19 zu haben. Allein im Dezember wurden 140 Mitarbeiter des Klinikums Niederlausitz positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Viele von ihnen gelten mittlerweile als genesen. Bis zum 8. Januar war der Test bei sieben Mitarbeitern positiv.        

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