Schrift:
normale Schrift einschalten große Schrift einschalten sehr große Schrift einschalten
 
 
Link verschicken   Drucken
 

„Wer hat die Haselnuss geklaut?“ – Landrat Heinze zu Gast in der Integrationskita in Senftenberg

Landkreis Oberspreewald-Lausitz, den 15.11.2019

Große Freude bei den Kleinsten: Am Freitagvormittag (15.11.2019) besuchte OSL-Landrat Siegurd Heinze die Kinder der Integrationskita in der Senftenberger Elsestraße. Im Gepäck hatte er einen Korb voll Bücher – und die Geschichte „Wer hat die Haselnuss geklaut? – Eine Räubergeschichte“ über ein zerstreutes Eichhörnchen, welches sich auf die Spur des vermeintlichen Diebes seiner Lieblingsmahlzeit begibt. Anlass für den Besuch bildete der heutige deutschlandweite Vorlesetag, an dem sich die Verwaltung beteiligte.

 

Etwa 20 Kinder hatten es sich in der Bibliothek der Einrichtung auf dem Boden bequem gemacht, um der Geschichte des angesichts des bemerkten Diebstahls seiner Nüsse recht fassungslosen Nagetiers zu lauschen. Aufmerksam verfolgten die Drei- bis Fünfjährigen, wie das Tier seine Freunde Maulwurf, Maus, Hase, Hamster und Fuchs befragt, um den Räuber zu stellen. Wer sich am Ende als Dieb herausstellt, ist dem Protagonisten selbst ziemlich peinlich – und sorgte für viel Lachen unter den jungen Zuhörern.

 

In der Integrationskita der Volkssolidarität Süd-Brandenburg e.V werden 80 Kinder betreut, darunter 10 mit Behinderung. Das Lesen nimmt in der Arbeit der Einrichtung einen hohen Stellenwert ein, bestätigt Leiterin Simone Forsthoffer. Bücher gehören fest zum Kitaalltag. Für die Jungen und Mädchen steht ein Bücherzimmer als geschützter Rückzugsraum bereit, das sie jederzeit nutzen können. Einmal im Monat kommt zudem die „Vorleseoma“ vorbei, um gemeinsam mit den Kindern zu lesen. Ein Angebot, das die Kinder gern annehmen.

 

Dass dem Vorlesen im Privaten oftmals weniger Raum gewährt wird, zeigt die aktuelle Vorlesestudie 2019 des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen. Demnach lesen rund 32 % aller Eltern ihren Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren nicht oder nur selten vor. Der Wert ist seit 2013 relativ konstant. Einen hohen Aufholbedarf gibt es insbesondere bei Eltern mit formal niedrigerem Bildungsstand. Diese lesen besonders selten oder nie vor (51%). Aber auch Väter gelten weiterhin als Vorlesemuffel.

 

Hier setzt der bundesweite Vorlesetag an: Als Initiative der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Stiftung Lesen und der Deutsche Bahn Stiftung findet er bereits das 16. Jahr in Folge statt. Jedes Jahr im dritten November soll der Aktionstag der Öffentlichkeit die Bedeutung des Vorlesens vor Augen führen. Ziel ist es, mehr Eltern und Kinder für Geschichten zu begeistern und für die Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung der Kinder zu sensibilisieren.

 

So weisen Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, unter anderem nachweislich einen deutlich größeren Wortschatz auf, erreichen später in der Schule im Schnitt bessere Noten und haben selbst mehr Freude am Lesen und dem Umgang mit Texten.

 

Als die Idee für den Aktionstag 2004 geboren wurde, beteiligten sich rund 1.900 Menschen daran. Mittlerweile sind es weit mehr als 680.000 Teilnehmende, die in ganz Deutschland vorlesen und zuhören. Auch der Landkreis OSL unterstützt das Projekt, indem Landrat Siegurd Heinze öffentlichkeitswirksam in einer Einrichtung vorliest.

 

Das gereimte Bilderbuch „Wer hat die Haselnuss geklaut? – Eine Räubergeschichte“ von Marcus Pfister aus dem Jahr 2019 ist eines der Vorleseempfehlungen für Kinder im Alter von zwei bis 10 Jahren zum bundesweiten Vorlesetag. Die komplette Übersicht und auch die aktuelle Vorlesestudie kann auf der Internetseite des Vorlesetages, www.vorlesetag.de, eingesehen werden.

 

 

Foto: Foto: Begleiteten das Eichhörnchen bei seiner Suche nach den Nüssen: Kinder der Integrationskita Elsestraße in Senftenberg und OSL-Landrat Siegurd Heinze. Anlässlich des bundesweiten Vorlesetages las er aus dem Buch „Wer hat die Haselnuss geklaut? – Eine Räubergeschichte“ von Marcus Pfister vor. (Foto: Landkreis OSL)