Sie verbinden die Lausitz - Neue Broschüre zu Sorben und Wenden erschienen

22. 06. 2020

„Für einen erfolgreichen Strukturwandel in der Lausitz brauchen wir neben modernen Technologien und zukunftssicheren Arbeitsplätzen die Pflege unserer Traditionen", sagte Heiko Jahn, Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH, anlässlich der Vorstellung der Broschüre „Lausitz/Łužyca/Łužica - Die Sorben/Wenden verbinden die Lausitz".

Auf 28 Seiten gibt es Informationen zur Kultur, Sprache und zum Tourismus aber auch zu den Sorben und Wenden als Wirtschaftsfaktor in der Region. Herausgeber der Broschüre ist das Projekt „Zukunftswerkstatt Lausitz" der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH. Sie entstand in Kooperation mit dem sorbischen/wendischen Dachverband Domowina – Bund Lausitzer Sorben e.V. und dem Sorbischen Institut.

 

Die Leser finden in der Broschüre viele interessante Informationen. So wird erklärt, was der Unterschied zwischen Sorben und Wenden ist: Als Serby bzw. Serbja bezeichnet sich das kleinste slawische Volk selbst. Römische Geschichtsschreiber nannten die slawischen Stämme „venedi" – davon stammt der Begriff der „Wenden". Während die Oberlausitzer fast ausschließlich den Begriff „Sorben" verwenden, ist in der Niederlausitz eher der Begriff „Wenden" beheimatet. Zwischen Sorben und Wenden gibt es auch regionale Unterschiede, etwa in der Sprache: Während das Niedersorbische/Wendische der polnischen Sprache ähnelt, ist das Obersorbische stärker mit dem Tschechischen verwandt. Beleuchtet wird in der Broschüre auch die jüngere Geschichte der Sorben und Wenden. Nach Angaben des „Archivs verschwundener Orte" mussten in den letzten 100 Jahren im Lausitzer Revier 137 Orte ganz oder teilweise dem Bergbau weichen und über 25.000 Menschen umsiedeln. Womit sich der Bogen zum Strukturwan-del schließt.

 

„Die Sorben und Wenden sind für die Lausitz ein Alleinstellungsmerkmal, das wir selbstbewusst in die Welt tragen wollen", so Heiko Jahn, „und das uns bei der Beantwortung der Frage helfen kann, was die Lausitz eigentlich ist." In der jüngst von der „Zukunftswerkstatt Lausitz" vorgestellten „Kulturstrategie Lausitz 2025" heißt es dazu: „Die sorbische und wendische Kultur durchdringt die Lausitz in sehr viel stärkerem Maße als oberflächlich sichtbar. In ihr kann ein Schlüsselmoment für die Entwicklung einer Lausitzer Identität liegen." Entsprechend eng bindet die „Zukunftswerkstatt Lausitz" die sorbischen und wendischen Akteure bei der Erstellung der „Entwicklungsstrategie Lausitz 2050" ein, die bis Jahresende vorliegt.

 

Zusätzlich zu den aktuellen Veröffentlichungen (Broschüre, Kulturstrategie) der „Zukunftswerkstatt Lausitz" kann auch auf die jüngste Pressekonferenz des Brandenburger Kulturministeriums in Cottbus/Chóśebuz verwiesen werden, in der weitere Projekte und Initiativen zur Entwicklung und Stärkung der Kultur im

 

Rahmen des Strukturwandels in der Lausitz vorgestellt wurden. Gemeinsam mit Partnern vor Ort entwickelt das Kulturministerium das immaterielle Kulturerbe der Sorben/Wenden im deutsch-slawischen Kontext weiter und identifiziert kulturtouristische Potentiale. Dafür stehen bis 2021 insgesamt 1,5 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm des Bundes zu Verfügung.

 

Hinweis:

Die Verbreitung der Broschüre startet in diesen Tagen im sorbischen/wendischen Teil der Lausitz. Schreiben Sie gern eine E-Mail an , wenn Sie Interesse an der Borschüre haben. Im Internet ist eine PDF-Version abrufbar: https://zw-lausitz.de/downloads

 

Die Pressemitteilung des Kooperationspartners Domowina – Bund Lausitzer Sorben e.V. finden Sie hier:

https://www.domowina.de/pressebereich/blog/87083c46b54590c3d0d8916ad4fdce06/?tx_news_pi1%5Bnews%5D=1462&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail

 

 

 

Kathrin Veh

Öffentlichkeitsarbeit

 

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http://www.wr-lausitz.de

http://www.zw-lausitz.de

 

Geschäftsführer: Heiko Jahn

Vorsitzender des Aufsichtsrates: Torsten Pötzsch

Gesellschafter: Landkreise Bautzen, Dahme-Spreewald, Elbe-Elster, Görlitz, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und die Stadt Cottbus

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