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Sehr hohe Temperaturen und kaum Niederschläge – Die hydrologische Situation an Spree und Schwarzer Elster bleibt extrem



Pressemitteilung des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz des Landes Brandenburg:

 

Sehr hohe Temperaturen und kaum Niederschläge – Die hydrologische Situation an Spree und Schwarzer Elster bleibt extrem

 

Cottbus – Seit Mai sind die Durchschnittstemperaturen in der Lausitz deutlich über den Normalwerten und die Niederschlagsmengen viel zu gering. Die Folge ist extremes Niedrigwasser in den Flussgebieten der Spree und Schwarzen Elster. Am 16.08.2022 fand die 4. Sitzung der Ad-hoc-AG „Extremsituation“ statt, um weitere erforderliche Schritte in beiden Flussgebieten länderübergreifend abzustimmen. Zusätzlich werden im mittleren Spreegebiet Maßnahmen der Phase 3 des Niedrigwasserkonzeptes Mittlere Spree umgesetzt.

 

Waren bereits der Mai, Juni und Juli deutlich zu warm und zu trocken, so knüpft der August bisher nahtlos an die Vormonate an. Bislang war der Monat August mit im Mittel 21,9 Grad Celsius im Vergleich zum langjährigen Monatsmittelwert (18,7 Grad Celsius für Bezugsreihe 1981 – 2010) überaus warm und ebenfalls extrem trocken. Lediglich 13 Prozent der Monatsniederschläge (Bezugsreihe 1981 – 2010) wurden an der Station Cottbus gemessen. Diese Messstation ist repräsentativ sowohl für das gesamte Einzugsgebiet der Spree sowie der Schwarzen Elster. Die einzelnen, regional sehr begrenzten Starkregenereignisse der letzten Tage brachten keine großflächige und langanhaltende Entspannung der Abflusssituation in beiden Flüssen.

 

Spree:
Die Niedrigwasserstützung der Spree aus den sächsischen Speichern sowie der Talsperre Spremberg läuft planmäßig. Allerdings ist auch in den sächsischen Talsperren der fehlende Niederschlag massiv spürbar. Aufgrund der hohen Abgabe und den extrem geringen Zuflüssen fallen die Wasserstände der sächsischen Talsperren schnell. Sollte sich keine grundlegende Änderung der Wetterlage einstellen, müssen ab Ende August die Abgaben der sächsischen Speicher entsprechend reduziert werden. 

 

Die Abgabe der Talsperre Spremberg beträgt weiterhin 9,7 Kubikmeter pro Sekunde zur Stützung des mittleren Spreegebietes. Der Wasserstand fällt etwa 1 Zentimeter pro Tag und lag am 16.08.2022 bei 90,63 Meter NHN (Normalhöhennull). In den vergangenen 2 Wochen konnte trotz der umfangreichen Stützung der Abfluss am Unterpegel Leibsch nicht gehalten werden und fiel teilweise unter 1,0 Kubikmeter pro Sekunde. Auch die Anfang August ergriffenen Maßnahmen zur Optimierung der Stauhaltung im Spreewald konnten aufgrund der extremen Witterung nicht die erhoffte Abflusserhöhung und –stabilisierung am Unterpegel Leibsch bewirken. Aufgrund dieser extrem hohen Verluste wurde zum 15.08.2022 die Phase 3 des Niedrigwasserkonzeptes Mittlere Spree ausgerufen und die entsprechenden Maßnahmen werden aktuell durch die zuständigen Wasser- und Bodenverbände umgesetzt (Konzept zur Wasserbewirtschaftung im mittleren Spreegebiet in Niedrigwasserverhältnissen (brandenburg.de)). Ziel der Maßnahmen ist es, dass Wasser in der Hauptspree und den großen Hauptgewässern (Großes Fließ und Puhlstrom) zu konzentrieren. Hierfür werden viele Ausleitungen aus der Spree stark eingeschränkt oder komplett geschlossen. Auch Teile des Nordumfluters werden abgesenkt und das Wasser bevorzugt in die Hauptspree geleitet. Um Wasserverluste in das Flussgebiet der Dahme zu verhindern, wurden des Weiteren die Schleusen Krausnicker Strom, Groß Wasserburg und Leibsch/Dahme-Umflut-Kanal geschlossen. 
Die Maßnahmen zeigen bereits heute, zusammen mit den vereinzelten Niederschlägen der letzten Tage, eine deutliche Stabilisierung des Abflusses unterhalb des Spreewaldes. 

 

Schwarze Elster
Die hydrologische Situation in der Schwarzen Elster ist nach wie vor extrem kritisch. Aufgrund der Dürre führt der Fluss von der Landesgrenze Sachsen nach Brandenburg bis zur Mündung der Rainitza weiterhin kein Wasser. 

 

Die Schwarze Elster im Stadtgebiet Senftenberg wird weiter ausschließlich über die Abgabe der Grubenwasserreinigungsanlage Rainitza gestützt. Das Speicherbecken Niemtsch (Senftenberger See) leitet zusätzlich geringfüge Wassermengen aus. Am Pegel Biehlen werden trotz Stützungsmaßnahmen lediglich 0,49 Kubikmeter pro Sekunde (16.08.2022) erreicht. Der mittlere Niedrigwasserabfluss beträgt am Pegel Biehlen 1,05 Kubikmeter pro Sekunde (Bezugsreihe 1983 bis 2021). Aufgrund der Stützung der Schwarzen Elster sinkt der Wasserstand des Speicherbeckens Niemtsch ca. 1 bis 2 Zentimeter pro Woche und liegt aktuell bei 98,50 Meter NHN.
Flussabwärts in Bad Liebenwerda sind die gemessenen Abflusswerte mit 0,82 Kubikmeter pro Sekunde auf einem historischen Tiefststand. 

 

Hoffnung geben die für Ende der 33. Kalenderwoche vorhergesagten, großflächigen und zum Teil sehr ergiebigen Niederschläge. Nur eine grundlegende Änderung der meteorologischen Verhältnisse in der Lausitz kann die extrem angespannte Niedrigwassersituation in der Spree und der Schwarzen Elster beenden. 
 

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