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Strukturentwicklung Lausitz: IMAG gibt auf siebenter Sitzung grünes Licht für drei weitere Förderprojekte



Die Staatskanzlei Brandenburg informiert:

 

Carbon Lab Factory Lausitz, Schloss und Festung Senftenberg, Haus des Sports Cottbus: Für weitere drei Projekte im Rahmen der Lausitzer Strukturentwicklung können jetzt die Fördermittel bei der Investitionsbank der Landes Brandenburg (ILB) beantragt werden. Die Interministerielle Arbeitsgruppe (IMAG) Lausitz der Landesregierung hat die Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von 47,5 Millionen Euro heute zur Förderung empfohlen. Die drei Vorhaben waren zuvor erfolgreich im Werkstattprozess der Wirtschaftsregion Lausitz GmbH (WRL) qualifiziert worden.

 

Die Chefin der Staatskanzlei, Ministerin Kathrin Schneider, betonte: „Drei Vorhaben, drei Handlungsfelder: Wirtschaft und Wissenschaft, Infrastruktur und Sport, Kultur und Tourismus. Es ist wichtig, dass bei der Strukturentwicklung neben den harten auch die weichen Standortfaktoren gestärkt werden. Wir wollen eine Lausitz mit modernen, nachhaltigen Arbeitsplätzen und lebenswerten Orten. Daher empfehlen wir heute den Bau der Carbon Lab Factory Lausitz ebenso wie die Erweiterung der Festung Senftenberg um einen Neubau für Ausstellungen und den barrierefreien Ausbau des Hauses des Sports im Sportzentrum Cottbus.“

 

Der Lausitz-Beauftrage Klaus Freytag ergänzte: „Die Mischung macht´s: Wir verknüpfen Projekte zur Wirtschaftsentwicklung mit Vorhaben, die den Lebensraum Lausitz noch attraktiver machen. Mit dem barrierefreien Haus des Sports wird Cottbus bundesweites Vorbild bei der Gleichstellung des paralympischen mit dem olympischen Sport werden. Zudem unterstützen wir die Tourismusregion Lausitzer Seenland, indem wir den Museumsstandort Senftenberg qualitativ aufwerten. Mit dem Erweiterungsbau für Schloss und Festung Senftenberg entstehen auch neue Arbeitsplätze.“

 

Die geplante Maßnahme „zum Haus des Sports in Cottbus“ steht im unmittelbaren Zusammenhang mit den im Strukturstärkungsgesetz verankerten Initiativen des Bundes für die Förderung von Standorten des Spitzensports. Insbesondere im paralympischen Leistungssport sind die Athletinnen und Athleten aus Cottbus an der Spitze. Dies zeigen die 56 in Cottbus auf dem „Weg des Ruhmes“ verewigten Sportlerinnen und Sportler. Das Projekt unterstützt neben dem Spitzensport aber auch die regionale Strukturentwicklung durch die Attraktivitätsstärkung des Wirtschafts- und Lebensraums der Stadt Cottbus als Oberzentrum nachhaltig. Ausreichend verfügbare, baulich gut ausgestattete und barrierefreie Sportstätten als Teil der Daseinsvorsorge sind unerlässlich und damit ein wertvoller Baustein für eine nachhaltige städtebauliche Entwicklung. Menschen in der Lausitz mit und ohne Einschränkungen können so für sportliche Aktivitäten und Veranstaltungen im Sportzentrum Cottbus erreicht werden.

 

Die Carbon Lab Factory Lausitz wird nach den Worten von Schneider „ein herausragendes, innovatives Projekt für Cottbus, die Lausitz, Deutschland und Europa“. Es geht dabei um den Aufbau einer Forschungs- und Pilotanlage zur nachhaltigen Produktion von biobasierten Carbonfasern, also leichten Materialien, die in der Industrie gebraucht werden. Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) entwickeln im Rahmen des länderübergreifenden Verbundprojektes mit Sachsen „InnoCarbEnergy“ eine Forschungsinfrastruktur vom Labor- bis zum Pilotmaßstab und wollen die gesamte Wertschöpfungskette zur Carbonfaser-Produktion abbilden. Die Lausitz soll Dreh- und Angelpunkt der Carbonfaser-Entwicklung in Europa werden.

 

Profitieren sollen Unternehmen der Zellstoff- oder Leichtbau-Branche ebenso wie andere Forschungseinrichtungen. Schneider: „Die Carbon Lab Factory Lausitz passt zur bestehenden Wissenschaftslandschaft in der Lausitz und sie passt zu den Unternehmen, die schon dort und in Brandenburg ansässig sind, von Deutscher Bahn, Rolls-Royce über Tesla bis BASF. Leichtbau-Technologien sind in diesen Unternehmen zunehmend gefragt.“

 

Die IMAG traf sich heute zu ihrer siebenten Sitzung. Insgesamt hat sie jetzt 57 Projekte mit einem Investitionsvolumen von rund 1,25 Milliarden Euro zur Förderung mit Strukturstärkungsmitteln empfohlen. Die Investitionssummen für die drei heute als förderwürdig eingestuften Vorhaben belaufen sich auf:

 

  • Carbon Lab Factory Lausitz: 21 Millionen Euro
  • Erweiterungsbau Schloss und Festung Senftenberg: 3,5 Millionen Euro
  • Ausbau des Sportzentrums Cottbus 23 Millionen Euro

 

Hintergrund:

 

Der Bund stellt dem Land Brandenburg bis 2038 insgesamt 3,612 Milliarden Euro Finanzhilfen zur Förderung kommunaler und regionaler Projekte für die Strukturentwicklung in der Lausitz zur Verfügung. Die erste Förderperiode läuft bis zum 31.12.2026, Brandenburg hat innerhalb dieses Zeitraums rund 1,42 Mrd. € Bundesmittel zur Verfügung. Die Mittel sind Teil der insgesamt vom Bund bereitgestellten rund 10,32 Milliarden Euro zur Strukturstärkung in der Lausitz. Den Rahmen für die gesamte Strukturentwicklung der Lausitz bildet das Lausitzprogramm 2038, das das Brandenburger Kabinett im August 2020 beschlossen hatte.

 

Die IMAG Lausitz steuert den Strukturentwicklungsprozess auf der Landesebene. Sie bestätigt die Förderwürdigkeit der Projekte. Nach einer positiven Entscheidung können die Projektträger dann Förderanträge bei der Bewilligungsbehörde, der Investitionsbank des Landes Brandenburg, einreichen.

 

Weitere Informationen: wirtschaftsregion-lausitz.de und lausitz-brandenburg.de.

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