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Eine zusätzliche Verbesserung der Notfallstrukturen im Landkreis: Eröffnung der Rettungswache Klettwitz


Bild zur Meldung: Foto: Eröffnung der Rettungswache Klettwitz mit kurzer Führung durch das Gebäude (Foto: Nora Bielitz)



Am 18.01.2022 fuhr gegen 13:30 Uhr der Rettungstransportwagen aus dem Gebäude der neuen Rettungswache in Klettwitz. Zur Einweihung der neuen Rettungswache ist dies nur eine symbolische Fahrt gewesen. Kurz zuvor ist der Wagen bereits bei einem Einsatz gewesen. Ab sofort übernimmt der RTW am Standort Klettwitz die Einsatzfahrten im umliegenden Gebiet, so auch für den Lausitzring, und über die unmittelbare Autobahnanbindung auch im weiteren Einsatzgebiet im Kreis OSL.

 

Nachdem der Kreistag im März 2017 den Beschluss gefasst hatte einen Standort im Umfeld der Autobahnauffahrt Klettwitz vorbereiten zu lassen, um dort einen Rettungstransportwagen (RTW) zu stationieren, konnte nun am 18.01.2022 dieser Standort eröffnet werden.

In der Zwischenzeit erfolgten die Bauantragsstellung im April 2020 und die Baugenehmigung im September 2020. Das für die Errichtung der Rettungswache beabsichtigte Grundstück unterlag dem Waldgesetz des Landes Brandenburg (LWaldG). Mit der Baugenehmigung wurde die Genehmigung zur dauernden Umwandlung von Wald in Bauland für die Fläche erteilt. Zum Ausgleich der nachteiligen Wirkung der Umwandlung war eine Ersatzaufforstung erforderlich. Diese erfolgte in der Gemarkung Sallgast.

Im Zuge der Vergabe der Planungsleistungen für das Gebäude erhielt das Ingenieurbüro Bartsch aus Guteborn den Zuschlag. Herr und Frau Bartsch freuten sich bei der Eröffnung der Rettungswache Klettwitz nun ihr geplantes Projekt fertiggestellt zu sehen.

 

Im vergangenen Jahr konnte am 17.03.2021 die offizielle Grundsteinlegung erfolgen. Nun kann die Rettungswache Klettwitz in den Betrieb gehen. Nach der Vergabe der Bauleistungen ergaben sich Baukosten in Höhe von ca. 940.000 €. Die Baumaßnahme ist noch nicht schlussgerechnet. Auf dem ca. 1.200 m² großen Grundstück befinden sich nun ein Stellplatz für einen Rettungstransportwagen in der Fahrzeughalle und ein Reservestellplatz im Außenbereich. In der Rettungswache werden 10 Mitarbeiter des rettungsdienstlichen Personals des Klinikums Niederlausitz im Schichtdienst arbeiten. Dafür stehen ihnen unter anderem Aufenthalts-, Ruhe- und Diensträumen sowie Umkleiden, Wasch- und Duschräume zur Verfügung. Die Rettungswache ist damit für einen 24/7 Dienst ausgestattet. Der RTW konnte mit der Fertigstellung der Rettungswache in Klettwitz seinen finalen Einsatzstandort beziehen. Bisher ist er in Senftenberg „zwischenstationiert“ gewesen und hat auf die Fertigstellung der Gebäude in Klettwitz gewartet.

 

Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz verfügt derzeit über 17 aktive Rettungstransportwagen, die nunmehr auf acht Rettungswachen-Standorte verteilt sind. Bei der Wahl eines Standortes für eine Rettungswache ist die strategische Lage mit Bezug zum vorgesehenen Einsatzgebiet das wichtigste Kriterium. Dies begründet sich durch die im Einzugsgebiet zu beachtende Hilfsfrist von maximal 15 Minuten, welche zwischen der Zeit der Alarmierung des Rettungsmittels durch die Regionalleitstelle bis zum Eintreffen der Sanitäter am Notfallort vergehen darf. In 95% der Einsätze muss die Einhaltung der Hilfsfrist gewährleistet werden. Dies konnte vor der Errichtung und Inbetriebnahme der Rettungswache Klettwitz nicht immer sichergestellt werden. Die Dauer der Hilfsfrist hat unabhängig von Laienreanimationsmaßnahmen einen statistisch nachgewiesenen Einfluss auf die Überlebensraten. Demnach ist auch unabhängig von der gesetzlichen Vorschrift der maximalen 15 Minuten ein Bestreben diese Hilfsfristen zu verkürzen sinnvoll. Durch einen weiteren Standort für Rettungsteams und RTWs in der Region kann die Zeit bis zum Eintreffen der Rettungsteams am Notfallort somit verkürzt werden und so Leben gerettet werden.

 

Wenn es gilt Leben zu retten, dann müssen die im Rahmen der Hilfsfrist relevanten Einsatzgebiete so schnell wie möglich erreicht werden können. Die Rettungswache Klettwitz befindet sich in einer besonders wichtigen Lage für die Einsatzorte des Zuständigkeitsbereiches. Die beiden Autobahnanschlussstellen Schwarzheide und Großräschen sind durch die Rettungswache schnell zu bedienen und so können Einsatzfahrten in Richtung Berlin und Dresden ohne Umwege erfolgen. Der Standort des RTW in Klettwitz deckt insbesondere das westlich der Bundesautobahn 13 liegende Einzugsgebiet des Landkreises Oberspreewald-Lausitz bis hin zur Kreisgrenze des Landkreises Elbe-Elster noch besser ab. Im Weiteren werden die Gemeinden Schipkau (und Ortsteile), die im Nahbereich liegenden anderen Ortschaften und damit auch der Lausitzring schneller erreicht. So werden die Rettungswachen in Großräschen, Senftenberg und Lauchhammer entlastet. Die Rettungswache Klettwitz wird im Jahr ca. 1800 Notfalleinsätze bedienen.

 

Zur Eröffnung der Rettungswache Klettwitz sind Landrat Siegurd Heinze, Bürgermeister Klaus Prietzel, Sadık Taştan, Geschäftsführer Klinikum Niederlausitz, Martina Gregor-Ness, Vorsitzende des Kreistages, Ingo Senftleben und Roswitha Schier als Mitglieder des Kreistages, Herr Wilfried Brödno, Dezernent für Bildung, Finanzen und innere Verwaltung des Landkreises, Frau und Herr Bartsch als Vertreter des Ingenieurbüros Bartsch aus Guteborn und Ansprechpartner des Rettungsdienstes und des Bau- und Hauptamtes des Landkreises Oberspreewald-Lausitz anwesend gewesen. Die Eröffnung der Rettungswache wurde zudem von Seenluft24 videografisch begleitet. Am Freitag wird über Seenluft24 TV ein Beitrag zu dem Thema auf Sendung gehen.

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