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Landratsamt in Senftenberg
Senftenberger See - Luftaufnahme
 

Katastrophenschutzeinheiten und Rettungsdienst des Landkreises OSL im Übungseinsatz am Flughafen BER


Bild zur Meldung: Übungsbeginn



Am vergangenen Wochenende fand bei unbeständigem Wetter auf dem Flughafen BER eine Katastrophenschutzübung mit Beteiligung des Rettungsdienstes und von Katastrophenschutzeinheiten aller Landkreise und kreisfreien Städte statt. Es handelte sich hierbei um die bis dahin größte Katastrophenschutzübung des Landes Brandenburg.

 

Das Szenario Flugzeug gegen Bus

 

Durch den Landkreis Dahme-Spreewald als zuständige Behörde für den Rettungsdienst auf dem Flughafen BER wurde am 16. April 2016 nach über zweijähriger Übungsvorbereitung eine große Notfall-Übung durchgeführt. Hierzu wurde ein Zusammenstoß zwischen einem vollbesetzten Airbus A380 und einem Vorfeldbus simuliert. Der A380 wurde durch eine flugfähige Boeing 737 der Fluggesellschaft Air Berlin dargestellt. Bei diesem Szenario mussten 500 Personen rettungs- und sanitätsdienstlich versorgt und betreut werden. Patientenpuppen stellten 125 Schwerverletzte dar und Polizeischüler dienten als Statisten für die 125 Leichtverletzten und 250 Unverletzten. Bei diesem sogenannten Massenanfall von Verletzten kommen spezielle Einsatzgruppen des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes zum Einsatz, um den enormen Bedarf an Sanitätsmaterial decken zu können.

 

Zusammenarbeit verschiedenster Kräfte der Gefahrenabwehr

 

Im Einsatz waren etwa 1.400 Übungsbeteiligte mit 390 Fahrzeugen aus dem gesamten Land Brandenburg und Berlin, darunter 300 Feuerwehrleute, 200 Einsatzkräfte des Rettungsdienstes sowie 500 Angehörige des Katastrophenschutzes. Weiterhin waren 40 Notfallseelsorger zur Betreuung der Betroffenen und Angehörigen eingesetzt. Hinzu kommen Kräfte der Landes- und Bundespolizei, des Landkreises Dahme-Spreewald sowie des Flughafenbetreibers.

 

Einsatzkräfte aus OSL aktiv dabei

 

Unter den zahlreichen Helfern vor Ort befanden sich auch Kräfte aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz. Der Landkreis OSL hält für den überörtlichen Einsatz eine Rettungsdienst-Komponente vor, welche aus zwei Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und einem Krankentransportwagen besteht. Weiterhin waren zwei Katastrophenschutzeinheiten des Landkreises OSL vor Ort, um den Landkreis Dahme-Spreewald zu unterstützen. Die Schnelleinsatzeinheit Sanität war mit 7 Fahrzeugen und 22 Kräften des DRK mit dem Aufbau eines Behandlungsplatzes und dem Krankentransport betraut. Drei Mitglieder der kreiseigenen Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung unterstützten durch Besetzung des Einsatzleitwagen 2 und Nutzung dieses Fahrzeuges als Standort der Übungsleitung, welche die Großübung koordinierte. Des Weiteren wurde die Übungsleitung durch einen Lagekartenführer der Technischen Einsatzleitung des Landkreises OSL unterstützt. Der Samstag war jedoch auch eine ungewöhnliche Belastung für die Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung, da sie gleichzeitig den Spreewald-Marathon mit dem Aufbau und Betrieb von Kommunikationsstrukturen sowie den Betrieb einer Feldküche absicherte. Wie bei der Freiwilligen Feuerwehr verrichten alle Mitglieder der Katastrophenschutzeinheiten ihren Dienst ehrenamtlich für das Gemeinwohl.

 

Professionelle Auswertung angestrebt

 

In Hinblick auf eine professionelle Übungsauswertung wurde bei dieser Katastrophenschutzübung mit der TU Chemnitz und der HAW Hamburg zusammengearbeitet. Von diesen Bildungseinrichtungen wurden 30 Schiedsrichter entsandt, welche das Übungsgeschehen verfolgten und bewerteten. Weiterhin waren je Landkreis zwei Beobachter anwesend, wobei vom Landkreis Oberspreewald-Lausitz die Ärztliche Leiterin Rettungsdienst, Frau Dr. Prignitz, sowie ihr Stellvertreter, Herr Dr. Krumpelt, die Übung begleiteten. Als offizieller Vertreter des Landkreises war Herr Kunze, im Landkreis unter anderem zuständig für die Organisation von Katastrophenschutzübungen, anwesend.

 

Exkurs: SEE Sanität und SEG Führungsunterstützung

 

Bei der Schnelleinsatzeinheit Sanität sowie der Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung handelt es sich um zwei von den Landkreisen und kreisfreien Städten bei fachlichen Bedarf aufzustellenden und zu unterhaltenden Katastrophenschutzeinheiten. Zur Erfüllung dieser Aufgabe gemäß Brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetz setzt der Landkreis Oberspreewald-Lausitz bei der Sanitätseinheit das Deutsche Rote Kreuz und bei der Führungsunterstützungseinheit seine eigene kommunale Regieeinheit ein.

 

Die Schnelleinsatzeinheit Sanität dient in erster Linie zur Bewältigung von Massenanfällen von Verletzten und Betroffenen, indem sie unter anderem betroffene Personen registriert, Patientenablagen und Behandlungsplätze betreibt sowie den Patiententransport gewährleistet. Die Schnelleinsatzgruppe Führungsunterstützung unterstützt die Tätigkeiten der Einsatzleitung durch Bereitstellen von Arbeitsmitteln und Räumlichkeiten. Weiterhin werden durch diese Einheit zusätzlich notwendige Kommunikationsstrukturen am Einsatzort aufgebaut und betrieben.

 

Matthias Kunze

 

 

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