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Landratsamt in Senftenberg
Senftenberger See - Luftaufnahme
 

Landkreis informiert: Kröten und Frösche auf Wanderschaft 2015



Autofahrer werden gebeten, Rücksicht zu nehmen

 

Die biologischen Uhren unserer Amphibien stehen auf Start zur diesjährigen Laichplatzwanderung, zumal sich die entsprechende Witterung in diesem Frühjahr bereits eingestellt hat. Die ersten Kröten und Molche sind bereits unterwegs. Kommen jetzt noch Regen oder Temperaturen über 10°C dazu, ziehen sie in Massen in Richtung ihrer Laichgewässer und passieren dabei die Straßen der Region. Autofahrer können den Tieren helfen, indem sie ihr Fahrverhalten dementsprechend anpassen.

 

Grasfrosch und Erdkröte sind Ersten, die sich auf den für sie in jedem Jahr gefährlichen Weg machen. Danach folgen Molch, Moorfrosch, Knoblauchkröte, Laubfrosch und die anderen Amphibienarten.

Auf ihrem Weg zu den Laichgewässern müssen die Tiere oftmals stark befahrene Straßen überqueren. Dabei werden im Landkreis jährlich Tausende von ihnen überfahren. Infolge des dichten Straßenverkehrs haben sie oftmals nur eine geringe Chance, die andere Straßenseite zu erreichen. Dies ist eine Ursache für den immer noch zu beobachtenden Rückgang der Amphibienzahlen.

 

Mit Unterstützung des ehrenamtlichen Naturschutzes, der Forstwirtschaft und den für die Landes,- Kreis-und kommunalen Straßen zuständigen Ämter und Betrieben bemüht sich die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, diesem Artenschwund entgegenzuwirken und solche Gefahrenpunkte zu entschärfen.

 

Deshalb stehen ab sofort an vier stark „belaufenden“ Straßenabschnitten Hinweisschilder kombiniert mit Geschwindigkeitsbeschränkungen für die Nachtstunden. In milden und regnerischen Nächten muss hier der Kraftfahrer mit wandernden Amphibien rechnen, auf die er durch vorausschauende Fahrweise Rücksicht nehmen sollte.

An folgenden Abschnitten weisen Schilder auf die Tiere hin:

 

  • L 55 zwischen Wormlage und Lug (Abschnitt Lugkanal bis Kurve vor Lug)

    -     L55 zwischen Kroppen und Jannowitz (Abschnitt zwischen Schlotten-und Neuteich)

    -     L58 zwischen Hosena und Hohenbocka (Abschnitt zwischen Friedhof und Naturdenkmal)

    -     K6603 zwischen Hermsdorf und Ruhland (Bereich zwischen Kaupen- und Schörlteich)

 

Aber auch die inzwischen bekannten grünen „Krötenzäune“ sind wieder an besonders gefährdeten Stellen im Landkreis zu sehen. Der Amphibienzaun bei Mlode ist bereits aufgestellt, Lipsa, Guteborn, Niemtsch, Kittlitz und Werchow folgen in den nächsten Tagen. Auf insgesamt 1,5 km Länge werden die Amphibienfreunde täglich unterwegs sein, um die Tiere sicher auf die andere Straßenseite zu bringen.

 

Viele der einheimischen Amphibien stehen bereits auf der „Roten Liste“ für gefährdete Tierarten. Kraftfahrer sollten deshalb auch an den nicht gekennzeichneten Straßenabschnitten insbesondere im Bereich Lauchhammer-Grünewalde und Kostebrau-Klettwitz auf die kleinen Vierbeiner achten. Obwohl viele Gefahrenschwerpunkte im Kreis schon mit stationären Schutzanlagen versehen sind, ist die untere Naturschutzbehörde dankbar für weitere Meldungen.

 

Unter der Rufnummer (03541) 870 34 85 nimmt Jürgen Jentsch Informationen zu bisher noch nicht bekannten Wanderschwerpunkten der Amphibien im Landkreis gern entgegen.

 

Jürgen Jentsch

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