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Senftenberger See - Luftaufnahme
 

„Willkommen zurück!“ : Schwalben und Mauersegler nehmen Kurs auf die Heimat



 

Untere Naturschutzbehörde des Landkreises gibt praktische Hinweise und fachlichen Rat

 

Wie in jedem Frühjahr kehren im Mai Schwalben und Mauersegler zurück in ihre Brutheimat. Jürgen Jentsch von der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz gibt praktische Hinweise und fachlichen Rat zum Thema:

 

Suchen sich die Mauersegler besonders die hohen Gebäude als Brutplatz aus, zieht es die Schwalben, von denen es in unserer Region zwei gebäudebrütende Arten gibt, zurück zu ihren altbekannten Plätzen. Anhand der Brutplatzwahl können die beiden Schwalbenarten gut unterschieden werden: Während die Rauchschwalbe im Inneren von Gebäuden trogförmige Nester anbringt oder die vorjährigen Nester nachnutzt, brüten die Mehlschwalben in einem nach oben verschlossenen und mit einem Schlupfloch versehenen Nest. Solche Überdeckungen finden die Mehlschwalben zum Beispiel  unter der Dachtraufe, in Laibungen von Fenstern und Türen oder unter Flachdächern. Zum Bauen verwenden die Schwalben als Baumaterial nur lehmigen Sand und Wasser, welche sie von unbefestigten Flächen und aus Pfützen holen. Insbesondere die Mehlschwalbe ist ein Koloniebrüter, so dass ihre Nester meist in etwas größerer Zahl an Gebäuden anzutreffen sind.

 

Wie viele Tierarten im Wohnbereich des Menschen finden auch die Schwalben von Jahr zu Jahr immer weniger Möglichkeiten zur Brut. Stallgebäude sind seltener geworden, Fassaden weisen keine Vorsprünge mehr auf und unter den Dachvorsprüngen versperren Netze den Anflug.

Aber den Schwalben kann geholfen werden: Neben dem Tolerieren der Brutplätze für nur vier Monate im Jahr, dem Anbringen von Kotbrettern und dem Abdecken von Gegenständen lassen sich mit Kunstnestern die Tiere auch an weniger empfindliche Stellen lenken.

 

Schwalben gehören mittlerweile zu den besonders geschützten Tierarten und dürfen während der Zeit der Brut und der Aufzucht der Jungtiere nicht gestört oder beeinträchtigt werden. Deshalb ist es unverständlich,  dass ihre Nester immer noch - insbesondere in der Brutzeit - entfernt, abgestoßen oder zugeklebt werden.  Solche Handlungen verstoßen gegen das Naturschutzgesetz und können mit Bußgeld geahndet werden.

 

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gibt es aber auch positive Beispiele für den praktischen Schwalbenschutz: An Wohnblöcken wie im Mühlenweg in Missen dürfen einige Schwalbenpaare schon seit Jahren brüten, in Buchwäldchen brüten sie in Kunstnestern, die an einem fensterlosen Giebel angebracht sind und in Tettau fangen sie den Kühen im Stall die Fliegen weg.  In Vetschau steht seit kurzem sogar ein Turm für die Schwalben.

 

Die untere Naturschutzbehörde des Landkreises unterstützt solche Aktivitäten. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten unter der Telefonnummer 03541/ 870-3485 bei Jürgen Jentsch Hinweise und Informationen zum Thema Gebäudebrüter im Allgemeinen und zu den Schwalben im Besonderen. Dabei geht es nicht nur um das Nest am Haus, denn selbst bei Abrissmaßnahmen oder Gebäudesanierungen steht das Thema Gebäudebrüter mit auf der Tagesordnung.

 

Der Naturschutzbund würdigt seit Jahren Schwalbenfreunde mit einer Plakette. Solche Plaketten finden wir inzwischen in Raddusch, Bolschwitz, Tettau und Lindenau. Ihre Besitzer freuen sich in jedem Jahr auf die Ankunft der Schwalben und unterstützen sie bei der Sicherung der Brutplätze.

 

 

Jürgen Jentsch

Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz

 

 

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