50 Jahre Mauerbau: Lesung eines Zeitzeugen


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Anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus fand am 11. August im Schlosssaal der Festungsanlage Senftenberg eine öffentliche Gedenkveranstaltung im Landkreis Oberspreewald-Lausitz statt.

 

Raimund August, der ehemalige Großräschener, der noch vor dem Bau der Mauer aus der ehemaligen DDR nach West-Berlin flüchtete, las aus seinem dokumentarischen Roman "Als der Kalte Krieg am kältesten war".

In dem im vergangenen Jahr veröffentlichten Buch befasst sich der Autor sowohl mit den Ereignissen des 17. Juni 1953 als auch mit dem 13. August 1961.

 

Raimund August wurde 1954 durch Verrat als 18-Jähriger zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt. Zuvor saß er monatelang in Stasi-U-Haft. Er verbrachte insgesamt 6 Jahre in Zuchthäusern und Strafarbeitslagern. Nach der Haftentlassung gelang ihm schließlich kurz vor dem Mauerbau die Flucht.

 

In der Lesung und dem anschließenden Gespräch schilderte Raimund August eindrucksvoll, dass es in der ehemaligen DDR eine Freiheit der Meinung nicht gab, dafür tausend Tricks der Verstellung und Variationen der Heuchelei. Die rund 30 gespannten Zuhörer erfuhren beispielsweise, welche "Kreativität" ein einfacher Fahrkartenkauf und eine Zugfahrt verlangten.