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Heilpraktikererlaubnis

Im Land Brandenburg erfolgt die Durchführung des Gesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) entsprechend der Richtlinie des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Gesundheit zur Durchführung des Verfahrens zur Erteilung einer Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Diese Richtlinie ist veröffentlicht im Amtsblatt für Brandenburg – Nr. 42 vom 17. Oktober 2001.

 

Allgemeine Informationen über die Ausübung von Heilkunde


Wer die Heilkunde ausüben will, ohne Arzt oder Ärztin zu sein, benötigt hierfür eine Erlaubnis. Diese wird nach einer erfolgreich abgelegten Prüfung beim Gesundheitsamt der Stadt Potsdam vom Gesundheitsamt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz erteilt.

Heilpraktikergesetz als Grundlage zur Durchführung der Heilkunde

Abgeleitet vom Heilpraktikergesetz, das in das Jahr 1939 zurückreicht, wird Heilkunde stets dann ausgeübt, wenn folgende Merkmale erfüllt sind:

  • Die Tätigkeit wird berufs- oder erwerbsmäßig ausgeführt.
  • Die Tätigkeit dient zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Krankheiten, Leiden oder Körperschäden bei Menschen (§ 1 Abs. 2 Heilpraktikergesetz).
  • Die Tätigkeit erfordert nach allgemeiner Auffassung ärztliche bzw. medizinische Fachkenntnisse

 

Ob im konkreten Einzelfall ärztliche oder medizinische Fachkenntnisse erforderlich sind, hängt vom Ziel, von der Methode und der Art der Tätigkeit ab. Entscheidend für die Beurteilung, ob es sich um eine heilkundliche Tätigkeit im Sinne des Heilpraktikergesetzes handelt, ist die Tatsache, ob die Tätigkeit ihrer Methode nach, bzw. durch die Ausübung von medizinisch ungebildeten Laien gesundheitliche Schäden für Patienten verursachen kann oder ihre sachgerechte Anwendung eine hinreichende diagnostische Abklärung voraussetzt.
Auch Maßnahmen an gesunden Menschen, z.B. Eingriffe zu kosmetischen Zwecken, können eine Ausübung der Heilkunde darstellen.
Einer Erlaubnis bedürfen auch Personen, die in eigener Verantwortung und ohne den Weisungen einer zur Ausübung der Heilkunde befugten Person zu unterliegen, heilkundlich-psychotherapeutische Tätigkeiten ohne Berechtigung nach dem Psychotherapeutengesetz vom 16. Juni 1998
(BGBl. I S. 1311) ausüben.

 

Erlaubnisverfahren

Die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde wird auf Antrag erteilt. Wenn der Hauptwohnsitz der antragstellenden Person im Landkreis Oberspreewald-Lausitz liegt oder wenn die Tätigkeit als Heilpraktiker hier ausgeübt werden soll, ist der Antrag in unserem Gesundheitsamt zu stellen. Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • ein kurz gefasster Lebenslauf,
  • ein amtliches Führungszeugnis, das nicht früher als einen Monat vor der Vorlage ausgestellt sein darf,
  • eine Erklärung darüber, ob gegen die antragstellende Person ein gerichtliches Strafverfahren oder ein staatsanwaltschaftliches Ermittlungsverfahren anhängig ist,
  • eine ärztliche Bescheinigung, die nicht früher als einen Monat vor der Vorlage ausgestellt sein darf, wonach keine Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der antragstellenden Person infolge eines Leidens oder wegen Schwäche ihrer geistigen oder körperlichen Kräfte die für die Berufsausübung als Heilpraktiker erforderliche Eignung fehlt,
  • ein Nachweis darüber, dass die antragstellende Person mindestens die Volksschule (das heißt die achte Schulklasse) abgeschlossen hat.

 

Bei der Antragstellung ist der gültige Personalausweis oder Reisepass vorzulegen.
Das Gesundheitsamt prüft den Antrag auf Versagensgründe. Wenn diese nicht vorliegen, wird der vollständige Vorgang dem Gesundheitsamt Potsdam zur Durchführung der Überprüfung der Kenntnisse und Fähigkeiten der antragstellenden Person zugeleitet.
Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil. Der schriftliche Teil wird vor dem mündlichen durchgeführt. Die Einzelheiten sind in oben genannter Richtlinie festgelegt. Wird die Kenntnisüberprüfung erfolgreich absolviert, erteilt das Gesundheitsamt die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde. Personen, die die Überprüfung nicht erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten einen ablehnenden Bescheid.
Die Überprüfung der Antragstellung und die Prüfung im Gesundheitsamt Potsdam sind gebührenpflichtig.

 

Ansprechpartnerin im Gesundheitsamt ist Thamm. Weitere Informationen finden Sie hier.