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Das Wandern ist der Kröte Lust – Kraftfahrer können hierzu beitragen

Landkreis Oberspreewald-Lausitz, den 26. 02. 2020

Die biologischen Uhren unserer Amphibien stehen schon einige Tage auf Start zur diesjährigen Laichplatzwanderung. Die ersten „Wanderer“ sind bereits an der Amphibienschutzanlage Kostebrau zu verzeichnen. Darüber informiert der zuständige Experte der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises OSL, Jürgen Jentsch.

 

Er geht davon aus, dass die derzeit weiter anhaltende milde und regnerische Witterung die Wanderaktivität der Amphibien zusätzlich befördern wird. „Daher sind die mobilen Schutzanlagen, die sogenannten ‚Krötenzäune‘, bei Niemtsch und Guteborn bereits aufgebaut. Kittlitz, Mlode und Lipsa folgen nach dieser Woche“, stellt er in Aussicht.  

 

Auf insgesamt 1,4 Kilometern Länge werden die Amphibienfreunde vom NABU Senftenberg und Calau letztendlich täglich unterwegs sein, um die Tiere sicher auf die andere Straßenseite zu bringen.

 

Grasfrosch und Erdkröte sind die Ersten, die sich auf den für sie in jedem Jahr gefährlichen Weg machen. Danach folgen Molch, Moorfrosch, Knoblauchkröte, Laubfrosch und die anderen Amphibienarten.

 

Kraftfahrer in der Verantwortung

Auf ihrem Weg zu den Laichgewässern müssen sie oftmals stark befahrene Straßen überqueren. Dabei werden im Landkreis jährlich Tausende von ihnen überfahren.

 

Infolge des dichten Straßenverkehrs haben die Tiere nur eine geringe Chance, die andere Straßenseite zu erreichen. Dies ist nur eine, aber durchaus bedeutende, Ursache für den weiterhin zu beobachtenden Rückgang der Amphibienzahlen während der Laichplatzwanderung.

 

An einigen Kreis- und Landesstraßen finden sich ab dieser Woche aus diesem Grund die bekannten „Krötenschilder“ als Hinweis auf wandernde Amphibien in den Nachtstunden.

 

Besonders in milden und regnerischen Nächten müssen Kraftfahrer mit wandernden Amphibien rechnen, auf die sie bei vorausschauender Fahrweise Rücksicht nehmen sollten.

 

Viele der einheimischen Amphibien stehen bereits auf der „Roten Liste“ für gefährdete Tierarten. Kraftfahrer sollten deshalb auch an den nicht gekennzeichneten Straßenabschnitten insbesondere am Spreewald, im Bereich Lauchhammer-Grünewalde und in der Bergbaufolgelandschaft auf die kleinen Tiere achten.

 

Mit Unterstützung des ehrenamtlichen Naturschutzes, der Forstwirtschaft und den für die Landes,- Kreis-und kommunalen Straßen zuständigen Ämtern und Betrieben bemüht sich die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz, diesem Artenschwund entgegenzuwirken und solche Gefahrenpunkte zu entschärfen.

 

Mit der Fertigstellung der Amphibienschutzanlage bei Kostebrau 2019 existieren im Landkreis nun 12 dieser Schutzanlagen, an denen die Amphibien die Straße unterqueren können.

 

Naturschutzbehörde nimmt Hinweise entgegen

Obwohl viele Gefahrenschwerpunkte im Kreis schon mit mobilen und stationären Schutzanlagen versehen sind, ist die untere Naturschutzbehörde dankbar für weitere Meldungen. Unter der Rufnummer (03541) 870 3485 nimmt Jürgen Jentsch Informationen zu bisher noch nicht bekannten Wanderschwerpunkten der Amphibien im Landkreis gern entgegen.

 

Natürliche Feinde

Übrigens nicht nur vom Straßenverkehr droht Kröte und Co. Gefahr. Nachtaktive Fressfeinde wie Marderhund, Waschbär und Wildschwein nutzen die Wanderaktivitäten der kleinen Tiere aus. Dagegen helfen keine Krötenzäune.

 

 

 

Foto: So sehen Wanderer im OSL-Kreis aus. Auch die kleinen Laubfrösche bei Kostebrau begeben sich bald wieder auf den Weg zu ihren Laichplätzen. Autofahrer sollten Rücksicht nehmen. (Foto: Landkreis/Jentsch)

 
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