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Hanka Rjelka wird Sorben-/Wendenbeauftragte des OSL-Kreises

09.12.2019

Ein neues aber treuen Besuchern des Theaters in Senftenberg nicht gänzlich unbekanntes Gesicht verstärkt ab dem kommenden Jahr die Kreisverwaltung: die neue Bühne-Schauspielerin Hanka Rjelka wird Sorben- und Wendenbeauftragte des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Dem hat der Kreistag in seiner Sitzung am Donnerstagabend (5.12.) zugestimmt.

 

Sorbische Wurzeln

Die 35-Jährige wuchs im sächsischen Räckelwitz nahe Bautzen auf. Als geborene Obersorbin begleiten sie die Sprache, Traditionen und Brauchtümer von Kindesbeinen an. Auch heute lebt und pflegt sie die sorbische Kultur und Pflege. So wirkt sie immer wieder bei sorbischen/wendischen Veranstaltungen in Brandenburg und Sachsen mit und ist dadurch bestens vernetzt. Für den MDR hat sie Sprech- und Gesangsrollen für Lieder und Hörspiele für den Sorbischen Rundfunk übernommen. Seit zwei Jahren ist sie zudem ehrenamtliches Mitglied des Kulturausschusses im Dachverband der Sorben und Wenden, der Domowina.

 

Aber auch privat gibt sie die sorbische Sprache und Tradition weiter: Gemeinsam mit dem ebenfalls sorbisch sprechenden Partner erzieht sie auch die dreijährige Tochter zweisprachig.

 

Hanka Rjelka lebt und arbeitet seit nunmehr zehn Jahren als Schauspielerin am Theater in Senftenberg.

 

Vernetzung und Kultur fördern

Für ihre neue Aufgabe hat sie bereits konkrete Ziele vor Augen: „Ich sehe es als meine Aufgabe an, die Menschen zu unterstützen, welche die sorbische Kultur in unserem Landkreis bereits mit großem Engagement pflegen. Dabei ist es mir wichtig, die einzelnen Akteure untereinander stärker zu vernetzen. Insbesondere in den Bereichen Kultur und Tourismus sehe ich hierbei Potenzial“, erklärt Rjelka, die zusätzlich zu ihrem Engagement am Theater derzeit ein berufsbegleitenden Fernstudium Kultur- und Medienmanagement absolviert.

 

Darüber hinaus versteht sie sich als Ansprechpartnerin in allen Angelegenheiten rund um das Thema, beispielsweise für die Kommunen, für Kindergärten und Schulen.

 

Die neue Stelle in der Kreisverwaltung beginnt sie im Februar 2020.

Ihr Büro befindet sich im Landratsamt in Senftenberg.

 

Landrat dankt Waltraud Ramoth

Hanka Rjelka ist die erste hauptamtliche Sorben/Wenden-Beauftragte des Landkreises OSL. Zuvor hatte Waltraud Ramoth aus Vetschau/Spreewald die Aufgabe seit 2009 und damit seit zehn Jahren ehrenamtlich übernommen. Im Kreistag dankte Landrat Siegurd Heinze ihr stellvertretend für ihr jahrelanges Engagement, würdigte ihren Einsatz und wünschte ihr für die Zukunft alle Gute. Zum Abschluss überreichte er einen Präsentkorb mit regionalen Spazialitäten.

 

Hintergrund

Mit der Beschlussfassung des Landtages Brandenburg zur Änderung des Sorben/Wenden-Gesetzes im September 2018 wurde u.a. die Einsetzung von hauptamtlichen Beauftragten für die Angelegenheiten der Sorben/Wenden in den Landkreisen mit einem Anteil am angestammten Siedlungsgebiet und in der Stadt Cottbus verbindlich vorgeschrieben.

 

In seiner Funktion vertritt der Stelleninhaber die Belange der Sorben/Wenden, ist Ansprechpartner und fördert ein gedeihliches Zusammenleben zwischen sorbischer/wendischer und nichtsorbischer/nichtwendischer Bevölkerung.

 

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz gehören die Städte Lübbenau/ Spreewald, Vetschau/Spreewald, Calau, Senftenberg sowie die Gemeindeteile Neupetershain und Neu-Seeland des Amtes Altdöbern zum angestammten und festgestellten Siedlungsgebiet der Sorben/ Wenden.

 

Grundlage für die Arbeit der Beauftragten bildet das Gesetz über die Ausgestaltung der Rechte der Sorben/Wenden im Land Brandenburg.

 

Foto: Foto: Die neue und gleichzeitig erste hauptamtliche Sorben-/ Wendenbeauftragte des Landkreises OSL, Hanka Rjelka, freut sich auf ihre Aufgabe. Die neue Bühne-Schauspielerin ist sorbische Muttersprachlerin. (Foto: Landkreis OSL/Weser)