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Interkulturelle Woche 2018

 

 

 

„Gemeinsames Lernen“ bewegt OSL / Erste Bildungskonferenz des Landkreises widmete sich dem Thema / 120 Teilnehmer tauschten sich aus

Landkreis Oberspreewald-Lausitz, den 04.06.2018

Immer mehr Schulen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz widmen sich dem „Gemeinsamen Lernen“ von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung oder Förderbedarf. Dass der eingeschlagene Weg jedoch lang und steinig ist, wurde bei der ersten Bildungskonferenz des Bildungsbüros des Landkreises deutlich. Diese fand am Donnerstagnachmittag (17. Mai 2018) in der Aula des Friedrich-Engels-Gymnasiums in Senftenberg statt. Unter der Überschrift „Gemeinsames Lernen: Unterstützungsangebote inklusiv – kooperativ“ tauschten sich Schulen, Kita- und Schulträger, Elternvertreter, interessierte Bildungsakteure und weitere Akteure aus.

 

Knapp 120 Personen, darunter auch der Staatssekretär für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg, Dr. Thomas Drescher, folgten der Einladung der Kreisverwaltung. Die Wichtigkeit des Themas „Gemeinsames Lernen“ sei auch ihm bewusst und begleite ihn in seiner Arbeit, machte Staatssekretär Dr. Thomas Drescher deutlich und stellte in seinem Redebeitrag weitere Maßnahmen in Aussicht: „Der Anstieg des Besuchs allgemeiner Schulen von Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf zeigt ein verändertes Elternwahlverhalten, dem das Land entsprechen muss und will. Das Land strebt daher an, dass sich in den kommenden ca. 5 bis 6 Jahren weitere Grund-, Ober- und Gesamtschulen sowie die Schulzentren als Schulen für GL etablieren.

 

Das Thema „Gemeinsames Lernen“ bzw. Inklusion wurde für die 1. Bildungskonferenz des Landkreises nicht zufällig gewählt, sondern ist in OSL nach wie vor aktuell. Erfreulich, trotz aller noch bestehenden Herausforderungen, ist die positive Entwicklung an den 23 allgemeinen Grundschulen und der Sekundarstufe 1 der neun Oberschulen und drei Gymnasien.

 

Gerade im Grundschulbereich sind die Gesamtschülerzahlen in den letzten vier Jahren um ca. 10 % gestiegen (auf 5.129 Grundschüler). Die Anzahl von Kindern mit einer Behinderung oder einem Förderbedarf ist im Gesamten gleich geblieben (ca. 270 Kinder). Es wird jedoch deutlich, dass in den vergangenen Jahren der Anteil der Kinder, die am gemeinsamen Unterricht teilnehmen, deutlich angestiegen ist. Hier ist ein Zuwachs um 23 % zu verzeichnen.

 

Dieser Trend führte sich auch in den Oberschulen und Gymnasien (Sekundarstufe I) fort. Die Schülerzahlen sind hier mit etwa 3.250 Schülerinnen und Schülern in den letzten vier Jahren stabil geblieben. Mit Blick auf die Inklusionsquote, also die Beschulung der Kinder und Jugendlichen mit einem Förderbedarf an den Oberschulen und Gymnasien, ist hier ein Zuwachs von 115% zu verzeichnen, obwohl die Förderquote um 41 % gesunken ist. Insgesamt weisen weniger Schüler einen Förderbedarf auf, aber davon noch mehr Schüler im gemeinsamen Unterricht als noch vor 4 Jahren.

 

Neben Informationen zum IST-Stand bzw. der Entwicklungen im LK und den vorhandenen Unterstützungsangeboten des „Gemeinsamen Lernens“ bekamen die Teilnehmer die Gelegenheit, bei einem „Markt der Bildungsakteure“ miteinander in Austausch zu treten und so den Grundstein für weitere Kooperationen zu legen. Hierbei präsentierten Aussteller an Informationsständen ihre Angebote im Bereich der frühkindlichen, schulischen und beruflichen Bildung sowie im Bereich der Integration.

 

Dies kam bei den Ausstellern, darunter Nora Heinrich vom Integrationsfachdienst Cottbus im Auftrag des Integrationsamtes im LASV Brandenburg, gut an: „Ich habe viele anregende Gespräche führen können und ein großes Interesse an unseren Angeboten erfahren. Auch für unsere Arbeit ist das Thema Inklusion ein relevantes Thema. Der Austausch dazu und eine stärkere Vernetzung der einzelnen Akteure sind auf jeden Fall hilfreich und wichtig, um sich dem Thema auch in Zukunft weiter zu stellen“, so die Fachberaterin für vertiefte Berufsorientierung, die jungen Menschen unter anderem Schulpraktika auf dem ersten Arbeitsmarkt vermittelt.

 

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Gesprächsrunde mit Dagmar Kittel vom Staatlichen Schulamt Cottbus, Kathrin Richter von der Grundschule Guteborn, der Leiterin der Oberschule Ehm Welk aus Lübbenau/Spreewald, Gabriela Lehmann, und der Behinderten- und Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises, Carola Wolschke. Moderiert wurde die Runde von Helga Schüler, Leiterin des Schulverwaltungs- und Kulturamtes des Landkreises OSL.

 

Neben Fortschritten im Bereich inklusives Lernen berichteten die Teilnehmer der Diskussionsrunde auch von Sorgen und Hindernissen aus dem Alltag: So mangele es in der Praxis noch immer an klaren Rahmenvorgaben, um das Thema Inklusion ganzheitlich umsetzen zu können. Auch im Hinblick auf die personelle Ausgestaltung bestehe Handlungsbedarf, machten die Gesprächsteilnehmer deutlich. So fehle es unter anderem an zusätzlichen Pädagogen und Sonderpädagogen, um das Thema gemeinsames Lernen an den Schulen besser begleiten und absichern zu können. Auch in finanzieller Hinsicht erhoffe man sich mehr Unterstützung. Hier sehe man in erster Linie das Land Brandenburg in der Pflicht, wurde deutlich.

 

Dass sich die Schulen in OSL trotz aller Herausforderungen bereits auf einem guten Weg hin zu einer inklusiven Bildung befinden, bestätigt Delia Schäfer vom Bildungsbüro des Landkreises. So gehen alle Kommunen als Schulträger durchweg das Thema an. Dies spiegele sich neben dem vielseitigen Engagement auch in den baulichen Veränderungen im Sinne der Barrierefreiheit wieder, die an vielen Gebäuden durchgeführt wurden und werden.

 

Das Bildungsbüro des Landkreises richtete das erste Mal eine Bildungskonferenz aus. Zukünftig soll sich die als Fachtagung ausgerichtete Veranstaltung weiteren relevanten Themen im Bereich der Bildungslandschaft des Landkreises widmen. „Dabei ist es auch nicht ausgeschlossen, dass wir uns dem Thema Inklusion ein weiteres Mal widmen“, stellt Delia Schäfer angesichts des Interesses an der Veranstaltung und dem deutlichen Gesprächsbedarf in Aussicht.

 

 

Foto: Nora Heinrich, Fachberaterin für vertiefte Berufsorientierung beim Integrationsfachdienst Cottbus im Auftrag des Integrationsamtes im LASV Brandenburg, informierte bei der Ersten Bildungskonferenz der Kreisverwaltung als Ausstellerin beim Markt der Möglichkeiten über Angebote und kam dabei selbst in den Austausch mit den anderen Teilnehmern. (Foto: Landkreis)

 

Foto: Die gemeinsame Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung oder Förderbedarf ist in den Kindertageseinrichtungen und den allgemeinbildenden Schulen des Landkreises längst keine Ausnahme mehr. Der Landkreis widmete sich dem Thema kürzlich in seiner ersten Bildungskonferenz. (Foto: Landkreis)

 

Foto: Bildungskonferenz 2018